Amphetamin

Die illegal hergestellten Amphetamine werden in der Szene häufig als Speed benannt, auch PEP ist ein geläufiger Begriff. Amphetamin wird als Mittel gegen Konzentrationsprobleme, Müdigkeit und als Appetitzügler eingesetzt. Es ähnelt chemisch dem körpereigenen Hormon Adrenalin.

Speed ist illegal, es wird als "dreckige" und unterschätzte Droge bezeichnet. Aufgrund seiner physischen und psychischen Wirkungen gilt es als stark suchtfördernd. Amphetamine und Methamphetamine (vgl. Crystal) fallen folglich unter das Betäubungsmittelgesetz.
Amphetamine gelten auch als Dopingmittel bei Ausdauersportarten wie Radfahren und Langstreckenlauf. Sie bewirken, dass Müdigkeitsgefühle unterdrückt und körperliche Reserven voll ausgeschöpft werden können.

Geschichte des Amphetamins

Nach der Laborentwicklung 1887 durch den Chemiker Edeleano dauerte es noch über zwei Jahrzehnte, bis die psychische Wirkung des Amphetamins entdeckt wurde. In den 1920er-Jahren galt Amphetamin als Wundermittel, das zu allerlei Behandlungen eingesetzt werden konnte. Es wurde bei Neurosen und Depressionen sowie bei Alkoholismus und Epilepsie als Stimmungsaufheller und bei Fettleibigkeit als Appetitzügler verwendet. Nach dem Verbot von Kokain Ende der 1920er-Jahre wurde Amphetamin zur Ersatzdroge für "koksende" Menschen.

Aufgrund ihrer aufputschenden Wirkung wurden Amphetamine im Zweiten Weltkrieg in verschiedenen Armeen vor allem bei Fliegern in großen Mengen eingesetzt. Noch in den 1960er-Jahren waren Amphetamine in der amerikanischen Armee üblich.
In der Jugendszene des Rock`n`Roll der 1950er-Jahre wurden Amphetamine meist in Verbindung mit Alkohol konsumiert, später wurde es als leistungssteigerndes Mittel bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen in der Schule und im Studium eingesetzt.

Verschiedene Amphetamin-Derivate werden noch als Medikament verschrieben. So wird z.B. Ritalin mit dem Wirkstoff Methylphenidat zur Behandlung des Aufmerksamkeitsdefizits- und Hyperaktivitätssyndroms (ADHS) und bei der Narkolepsie eingesetzt (vgl. Hirndoping).

Pulver mit großem Risiko und langanhaltender Wirkung

Speed wird illegal als weißes bis gelbliches Pulver - meist zu 1-Gramm-Portionen - in Papierbriefchen oder Plastiktütchen verpackt, oder als Pille oder Kapsel angeboten.
Es wird geschnupft oder geschluckt, seltener geraucht, inhaliert oder gar gespritzt. Der Reinheitsgehalt des auf dem europäischen Schwarzmarkt angebotenen Pulvers unterliegt starken Schwankungen von 5% bis zu 47%, meist findet sich ein Wirkstoffgehalt zwischen 9-19% (EBDD 2015). Speed wird häufig mit Koffein, Milchpulver, Ephedrin, Paracetamol etc. gestreckt. Bei der Injektion von Amphetamin kann es sehr schnell zu einer akuten Vergiftung durch Überdosierung kommen!

Eine übliche Einzeldosis beträgt etwa 5 mg bis 30 mg pro "Line". Gesnieft über die Nase tritt die Wirkung bei Speed nach 10 bis 20 Minuten ein, oral eingenommen etwas später. Die Wirkung kann vier bis zehn Stunden anhalten.
Speed wird häufig wegen Konsistenz und Wirkung mit Kokain verglichen, jedoch ist Kokain erheblich teurer. Die 1-Gramm-Portion Speed kostet im europäischen Durchschnitt zwischen 9 und 19 Euro, was aber regional und saisonal schwanken kann (EBDD 2015). In Deutschland kostete das Gramm im Schnitt 11,60 Euro (Pfeiffer-Gerschel et. al. 2014).

Gerade weil Speed illegal in dubiosen Laboren hergestellt und über Zwischenhändler vertrieben wird, sind Zusammensetzung und Stärke in den meisten Fällen nicht bekannt. Verunreinigungen, Beimischungen und unbekannte Dosierungen sind die Regel. Im Zuge illegalen Handels werden dem Pulver häufig Streckmittel beigemischt, die Vergiftungserscheinungen verursachen können. Von Speed geht deshalb ein hohes Risiko aus. Bei reinem Amphetamin wiederum besteht die große Gefahr der Überdosierung, welche jedoch von den Konsumierenden nicht einzuschätzen ist.

Amphetamin ähnelt chemisch dem Adrenalin, das den Körper bei Gefahr auf Flucht oder Kampf vorbereitet. Speed-Konsumierende erleben gesteigerte Wachheit und ein Gefühl erhöhter Leistungsfähigkeit und Unbeschwertheit. Dem erlebten Gefühl der größeren Leistungsfähigkeit entspricht tatsächlich keine größere Leistung.

Speed vermindert die Fähigkeit zur Selbstkritik. Unrast, Selbstüberschätzung und Waghalsigkeit sind die Folge. Die Droge macht aggressiv, häufig kommt es zu unkontrollierter Gewalt. Speed unterdrückt – wie auch Kokain und Ecstasy – das Hunger- und Durstgefühl.

Beim Tanzen in der Disko verliert der Körper viel Flüssigkeit – bis zu zwei Liter pro Stunde. Durch die Unterdrückung des Hunger- und Durstgefühls infolge des Speedkonsums wird das Absinken des Flüssigkeitsspiegels nicht bemerkt, der Körper droht auszutrocknen. Es kommt zu Kreislaufzusammenbruch und Nierenversagen.

Wirkung

Bereits bei niedriger Dosierung (5 bis 10 mg) tritt folgendes ein:

  • Erhöhung von Herzschlag und Atemfrequenz,
  • Appetitlosigkeit und
  • Mundtrockenheit.

Bei höherer Dosierung (10 bis 20 mg)

  • verstärken sich die Symptome,
  • Übelkeit und Kopfschmerzen können hinzukommen.

Bei noch höheren Dosierungen kommt es zu tiefer Bewusstlosigkeit und Tod durch Kreislaufversagen. Als besonders gefährlich gilt der intravenöse Konsum.

Die lange Wirkungsdauer ist häufig ein Grund für Jugendliche zum Wechsel von Ecstasy auf Speed.

Akute Gefahren und Langzeitschädigungen

Da der Amphetamingehalt im Speed nie genau bekannt ist, kann es schnell und unbewusst zu Überdosierungen kommen. Eine tödliche Dosis kann bei einem Menschen mit einem Körpergewicht von 75 kg schon bei etwa 100 mg Amphetamin vorliegen.
Amphetamin wird häufiger als jedes andere Mittel mit anderen Drogen kombiniert. Dieser Rausch kann unberechenbar und unkontrollierbar sein. Dieser Drogenmischkonsum erhöht das gesundheitliche Risiko und das Risiko von Zwischenfällen mit tödlichem Ausgang.

Der gleichzeitige Gebrauch von Alkohol und Speed kann ebenfalls zu einem schweren Rausch führen. Es besteht die Gefahr der Selbstüberschätzung und des Leichtsinns, welche z. B. beim Autofahren durch möglichen völligen Kontrollverlust und Geistesabwesenheit noch verstärkt wird.

Bei Speedkonsum werden die natürlichen Leistungsgrenzen hinausgeschoben, Warnsignale wie Ermüdung und Erschöpfung nicht mehr wahrgenommen. Die Folgen sind totale Erschöpfung, Schlafstörungen und Depressionen. Dies wiederum kann zu vermehrter Einnahme von Speed führen.

Außer körperlichen Nebenwirkungen wie Herz- und Gliederschmerzen, Leberschäden, Kreislaufproblemen und Auszehrung sowie Krampfanfällen können bei Dauerkonsum psychische Veränderungen auftreten: Es kommt zu Stimmungsschwankungen, Halluzinationen, Angstzuständen und Verfolgungswahn. Werden Amphetamine häufig geschnupft, kann es zu einer Schädigung oder sogar Auflösung der Nasenscheidewand kommen. US-Studien konnten ferner belegen, dass das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko aufgrund des Amphetaminkonsums deutlich erhöht ist.

Speedkonsum kann ferner psychische Krankheiten hervorrufen. Im Rahmen depressiver Zustände nach häufiger Einnahme kann es zu Selbstmordgedanken kommen.

Bei starkem und häufigem Speedkonsum wird die Menstruation bei Mädchen und Frauen gestört und setzt eventuell ganz aus. Besonders gefährdet sind außerdem Menschen mit Herzrhythmus- oder Leberfunktionsstörungen, Zuckerkrankheit, Schilddrüsenüberfunktion, Bluthochdruck oder erhöhtem Augeninnendruck.

Vom Missbrauch zur Abhängigkeit und Entzug

Amphetamine machen schnell seelisch abhängig. Es ist anzunehmen, dass es auch zu einer körperlichen Abhängigkeit kommt. Bei häufigem Gebrauch innerhalb eines kurzen Zeitraums kommt es zu Toleranzausbildung.

Um immer wieder die gleiche Wirkung zu erzielen, muss die Dosis immer weiter gesteigert werden, bis zu Mengen, die für Erstkonsumierende bereits tödlich sein können. Um Schlafstörungen zu vermeiden, werden Beruhigungsmittel genommen, was zu einem Teufelskreis führt. Der Schlaf-Wach-Rhythmus gerät völlig aus dem Takt. Körper und Geist befinden sich im Zustand von Dauerstress, dem die betroffene Person schließlich nicht mehr gewachsen ist.

Entzug

Die körperlichen Symptome nach Entzug von Amphetamin sind schwächer als bei Opiatentzug . Dennoch ist der Entzug nicht einfach: Die Merkmale einer akuten psychischen Störung klingen spätestens nach einigen Wochen ab. Niedergeschlagenheit, Depressionen, allgemeine Schlappheit und ein enormes Schlafbedürfnis sind typisch. Dies kann zur erneuten Einnahme von Speed führen, die Rückfallgefahr ist folglich groß.

Zahlen zum Konsum

Im Jahr 2019 lag die 12-Monats-Prävalenz für Amphetamine in Deutschland bei den 18-25-Jährigen bei 6,8 %, bei den Männern mit 9,3% doppelt so hoch wie der Wert der Frauen. Unter den 12-17-Jährigen lag die Quote bei 0,5% (BZgA 2020).

Bei den strafrechtlich Konsumierenden harter Drogen bilden die Konsumierenden synthetischer (Meth-)Amphetamine seit mehreren Jahren eine der größten Gruppen. Im Jahr 2019 wurden 39.607 Delikte aufgrund von Amphetamin aufgenommen (BKA 2020). Dies ist eine Steigerung von 1,7 % im Vergleich zum Vorjahr.

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