Suchtprävention

Der Begriff "Sucht" wird eher umgangssprachlich genutzt, in der Forschung wird inzwischen meist von "Substanzkonsumstörung" gesprochen. Oft werden die Begriffe ähnlich verwendet. Sucht ist eine anerkannte Krankheit und in der ICD 10 bzw. ICD 11 (Internationale Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme) aufgeführt. Ein zentrales Merkmal ist der Kontrollverlust über das eigene Verhalten. Jeder Mensch kann davon betroffen sein. Suchterkrankungen gibt es in allen gesellschaftlichen Schichten und losgelöst z. B. von sozialem Status, Geschlecht, Alter oder Bildungsstand.

Die weit verbreitete Stigmatisierung von Menschen mit Suchterkrankungen bzw. Verhaltenssüchten erschwert es den Betroffenen, Hilfe in Anspruch zu nehmen und hat darüber hinaus auch negative Auswirkungen auf deren soziales Umfeld.

Stoffgebundene und Verhaltenssüchte

Bei stoffgebundener Sucht wird die Wirkung durch den Konsum einer Substanz hervorgerufen. In Deutschland sind das häufig die legalen Suchtmittel Alkohol, Nikotin und Medikamente und seit 2024 Cannabis, mit denen junge Menschen – trotz Altersbeschränkungen – auch als erstes in Kontakt kommen. Da sie legal erhältlich sind, wird ihr Suchtpotenzial häufig unterschätzt. Illegale Substanzen wie Heroin, Kokain oder Amphetamine spielen in der Suchtprävention eine eher untergeordnete Rolle, da sie in aller Regel nicht die ersten psychosozialen Substanzen sind, die junge Menschen anfangs probieren.

Bei den Verhaltenssüchten sind seit 2001 die Glücksspielsucht und seit 2018 die Computerspielstörung (Gaming Disorder) als Krankheiten anerkannt. Social Media, Online-Porno und Online-Shopping können sich ebenfalls zu problematischer Nutzung entwickeln. Sie werden dann als Internetbezogene Störungen (IBS) bezeichnet. 

Erste Anlaufstellen für Betroffene und ihre Angehörigen sind örtliche Sucht- und Drogenberatungsstellen sowie Jugend- bzw. Jugendsuchtberatungen, bei jungen Kindern auch Erziehungsberatungsstellen.

Suchtentwicklung

Sucht entsteht nicht „von heute auf morgen“. Die Entwicklung einer Substanzkonsumstörung ist ein Prozess, bei dem individuelle, gesellschaftliche und suchtmittelspezifische Faktoren zusammenwirken – das sogenannte Suchtdreieck (nach Kielholz und Ladewig, 1973).

Persönliche Eigenschaften, die Zugänglichkeit von Substanzen und ihre Wirkungsweisen sowie die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen beeinflussen den Konsum.

Die Substanz bzw. das süchtige Verhalten nimmt einen immer größeren Stellenwert im Leben ein und andere Interessen und soziale Kontakte rücken zunehmend in der Hintergrund. Noch bevor die diagnostischen Kriterien erfüllt sind, kommt es häufig schon zu Belastungen aufgrund des problematischen Konsums: oft sind es Anzeichen wie körperliches Unwohlsein, Streit in der Familie, finanzielle Schwierigkeiten, Probleme auf der Arbeit oder in der Schule und Ausbildung.

Der Konsum bzw. süchtiges Verhalten wird in der Regel dann problematisch, wenn es gezielt zur Selbstregulation wie z.B. Abbau von Stress, Leistungssteigerung, Verdrängung unangenehmer Gefühle oder zur Selbstmediakation eingesetzt wird.

Suchtprävention

Bei der Suchtprävention handelt es sich um einen langfristigen Prozess, damit sie nachhaltig ist und ihre Wirksamkeit entfalten kann. Wichtig ist dabei eine Vielfalt von Methoden, die die Superdiversität der Zielgruppen berücksichtigt. Superdivers bedeutet, dass einerseits die Gesellschaft vielfältig und heterogen ist, was sich in Herkunft, Familienform, Geschlecht, sexueller Orientierung, Status, Gesundheit, Sprache und Religion zeigt. Aber auch gesellschaftliche Gruppen sind in sich divers, Beispiel „Migrationshintergrund“: hiermit sind Menschen gemeint, die entweder selbst nach Deutschland eingewandert sind oder mindestens einen Elternteil haben, der nicht in Deutschland geboren wurde. Diese Gruppe ist so vielfältig wie die Bevölkerung ihrer Herkunftsländer mit ihren Sprachen und Religionen. Sie kann die erste Generation von Personen meinen, die als Gastarbeiter:innen nach Deutschland kamen sowie deren Kinder. Manchmal werden auch die Enkel noch dazugezählt, auch wenn sie bereits in der dritten oder vierten Generation in Deutschland geboren sind und aufwachsen.

Neben dem Elementarbereich ist die Schule ein wichtiges Setting, da alle Schüler:innen sowie deren Eltern erreicht werden können („universelle Prävention“). Außerschulische Lernbereiche decken einen weiteren wichtigen Bereich der Prävention ab. Das können beispielsweise Kooperationen mit örtlichen Fachstellen, Hilfe- und Beratungseinrichtungen sein, aber auch landesweite Präventionskampagnen.

Da insbesondere Übergänge und Umbrüche wie z.B. Pubertät, Übergang von Schule in Ausbildung oder Studium oder von der Berufstätigkeit in die Rentenphase Gewohnheiten und Sicherheiten verändern, ist Suchtprävention allerdings ein lebenslanger Prozess.

Bausteine der Suchtprävention

Wissensvermittlung

  • Substanzkunde, Effekte von Substanzkonsum, spezifische Risiken, wo beginnt Sucht

Förderung der Lebenskompetenzen

  • persönliche und soziale Kompetenzen z.B. Kommunikation, Problembewältigung, Selbstregulation

Funktionale Alternativen

  • Alternativen suchen/bieten, z. B. Anregungen, Entspannung, Genuss, Bewältigung

Risikokompetenz

  • Risikoorientierung als Entwicklungsaufgabe, Dinge hinterfragen, Bereitschaft und Fähigkeit zu verantwortungsvollem Handeln

Strukturelle Maßnahmen/Verhältnisprävention

  • Gesetze, Regeln, Promillegrenzen, Altersgrenzen, Preispolitik, Werbeverbote
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Mit dem Auto

Aus Düsseldorf: Auf der A 52 in Richtung Essen fahren Sie bis zum Breitscheider Kreuz und dort auf die A3 in Richtung Köln/Oberhausen. Folgen Sie der Beschilderung A52/Essen/Ratingen-Breitscheid. Nehmen Sie die Ausfahrt 25/Breitscheid und fahren Sie Richtung Ratingen/Breitscheid/Mülheim a.d.R.-Süd. Halten Sie sich an der Gabelung links und folgen der B1 in Richtung Mülheim a.d.R./Breitscheid-Nord. Dann biegen Sie links in die Kölner Straße/B1 ab. Folgen Sie der Straße immer weiter geradeaus auf die Obere Saarlandstraße den Berg hoch.

Nach ca. 8 km biegen Sie hinter der Aral-Tankstelle (rechte Seite) links ab auf den Werdener Weg Richtung Stadtmitte, der in die Kaiserstraße übergeht.

Links der Schienen befindet sich die ginko Stiftung für Prävention, schräg gegenüber der Arbeitsagentur/Sportzentrum Süd mit Schwimmbad, Sporthalle sowie großem Parkplatz, auf der gegenüberliegenden Straßenseite befindet sich auf der Kaiserstraße 90 die ginko Stiftung für Prävention.

Aus Essen: Von der A 40 nehmen Sie die Ausfahrt 19 Mülheim-Zentrum/Heißen und fahren ca. 5 km immer geradeaus auf der Essener Straße/B1 in Richtung MH-Zentrum bis zur Ampelkreuzung. Dort biegen Sie links in die Kaiserstraße ab, die Sie knapp 1 km hochfahren. Auf der rechten Seite befindet sich die ginko Stiftung für Prävention, schräg gegenüber der Arbeitsagentur/Sportzentrum Süd mit Schwimmbad, Sporthalle sowie großem Parkplatz. Um dort zu parken, wenden Sie links an der nächsten Ampelkreuzung in die Gegenrichtung (über die Schienen). 

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln

Der Hauptbahnhof Mülheim ist mit mehreren RE, RB und S-Bahnen erreichbar. Von dort können Sie zu Fuß laufen oder die Straßenbahn 112 nehmen.

Zu Fuß: Dauer ca. 12 Minuten: Sie gehen durch das angrenzende Einkaufzentrum (Forum) hindurch bis zum Ende (Woolworth). Hier nehmen Sie die Treppe nach unten, gehen geradeaus und kommen durch das Gebäude auf den Kaiserplatz. Hier überqueren Sie die Straße (zwei Ampeln). Ab hier laufen Sie parallel der Schienen die Kaiserstraße immer weiter hinauf, auf der rechten Seite befindet sich die ginko Stiftung für Prävention - Hausnummer 90 - schräg gegenüber der Arbeitsagentur/Sportzentrum Süd.

Mit der Straßenbahn: Zu Fuß bis zum Kaiserplatz. Dort nehmen Sie an der "Haltestelle Kaiserplatz" die Straßenbahn-Linie 112 Richtung "Hauptfriedhof". Nach zwei Haltestellen steigen Sie am "Sportzentrum Süd" aus. In Fahrtrichtung rechts 60 Meter die Straße wieder herunter finden Sie die ginko Stiftung für Prävention gegenüber der Arbeitsagentur/Sportzentrum Süd.

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