Aufputschmittel

Als Aufputschmittel, auch Stimulantia/Stimulanzien (lat. stimulare = anregen) werden Substanzen bezeichnet, die anregend auf den Organismus wirken. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert Stimulanzien als Substanzen, die die Aktivität der Nerven erhöhen, beschleunigen oder verbessern.
Bei den Aufputschmitteln handelt es sich in erster Linie um Stoffe, die mit dem Arzneimittel Ephedrin verwandt sind. Gefunden wurde Ephedrin bei der Suche nach einem wirksamen Medikament gegen Asthma. In der chinesischen Medizin wurde die Pflanze Ma Huang (Ephedra vulgaris) als wirksames Mittel gegen das asthmatische Pfeifen beschrieben. Nach Isolierung und chemischer Bestimmung der Wirksubstanz Ephedra wurde diese bald als hilfreiche Medizin gegen bis dahin kaum behandelbare Asthmaanfälle eingesetzt.

Nebenwirkung: Wachmacher

Schon bald wurde beobachtet, dass die Arznei auch

  • den Blutdruck erhöht,
  • das Herz schneller schlagen lässt und
  • zur Abschwellung der Nasenschleimhaut führt,

aber auch

  • in höherer Dosierung auf das Gehirn wirkt,
  • die Aufmerksamkeit steigert,
  • ein vermindertes Schlafbedürfnis bewirkt,
  • den Appetit hemmt und
  • zu einem gesteigerten Selbstwertgefühl führt.

Den anscheinend unterschiedlichen Reaktionen auf das Medikament liegt ein einfacher, gemeinsamer Mechanismus einer Gruppe von Nervenzellen zugrunde: Nerven geben ihre Impulse zum nächsten Nerv weiter, indem sie eine chemische Substanz absondern (Botenstoff oder Transmitter). Das Ephedrin entfaltet seine Wirkungen dadurch, dass es diesen Botenstoff (Adrenalin und Noradrenalin) in dem System von Nervennetzen anreichert, aus dem die Ringmuskulatur der Luftröhren, der Adern und des Herzens gesteuert wird. Derselbe Botenstoff spielt eine Rolle in einem kleinen Teil des Gehirns, welcher Aufmerksamkeit und Wachheit regelt.
Diese Kombination hat ihren biologischen Sinn: Wenn wir eine Gefahr wahrnehmen, steigert sich unsere Aufmerksamkeit, wird unser Puls schneller und kräftiger, atmen wir tief durch und tanken Sauerstoff, damit wir in der Lage sind, unmittelbar zu fliehen oder anzugreifen.

Hilfe bei niedrigem Blutdruck

Die weitere Erforschung der unterschiedlichen Wirkungen von Ephedrin führte dazu, dass Medikamente für ganz bestimmte Zwecke entwickelt wurden. So gibt es z.B. Ephedrinabkömmlinge, die speziell auf die Luftröhrenmuskulatur wirken und somit gegen Asthma eingesetzt werden können. Andere Abkömmlinge wirken besonders auf die Ringmuskulatur der Schlagadern und werden in Deutschland zur Behandlung von niedrigem Blutdruck eingesetzt.

Gefährliche Schlankmacher

Als eine besondere Weiterentwicklung gelten die Appetitzügler, die als angeblich harmlose Mittel zum Verkauf freigegeben wurden. Nachdem festgestellt wurde, dass sie aufgrund ihrer spezifischen Wirkung abhängig machen, wurden die Substanzen wieder vom Markt genommen. Die aktuell zugelassenen Appetitzügler auf Ephedrinbasis haben dagegen nur ein geringes Suchtpotenzial.
Im Internet tauchen gesundheitsschädliche Substanzen immer wieder in Produkten auf, die als Nahrungsergänzungsmittel (NEM) angepriesen werden. Diese benötigen - anders als Arzneimittel - keine Zulassung und werden daher weder auf ihre Wirksamkeit und Qualität noch auf ihre Unbedenklichkeit geprüft.

Unerwartete Nebenwirkung

Das ursprünglich als Appetitzügler entwickelte und nur auf Rezept erhältliche Mittel Methylphenidat (Ritalin) wird heute bei krankhaftem Bewegungsdrang kleiner Kinder (hyperaktives Kind, sog. Zappelkinder) eingesetzt. Ursächlich hierfür ist das Zusammenwirken biologischer, psychischer und sozialer Faktoren. Bei ca. 50 % der von einer Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) Betroffenen wird eine genetisch bedingte Anomalität im Gehirn vermutet.
ADHS-Leitsymptome sind z.B. Hyperaktivität, geringe Ausdauer, Ängste, Depressionen und Konzentrationsschwierigkeiten. Bei fachlich korrekter Diagnose-und Indikationsstellung führt die medikamentöse Behandlung mit Methylphenidat dazu, dass die betroffene Kinder entspannter, innerlich ruhiger und lernfähiger werden.
Ohne angemessene fachliche Abklärung und Begleitung der psychischen Auffälligkeiten wird Methylphenidat nicht selten missbräuchlich eingenommen (vgl. Amphetamin).

Zahlen zum Konsum

Nach 20 Jahren kontinuierlichen Anstiegs ist die Anzahl der Verschreibungen der ADHS-Medikamente rückläufig, bleibt jedoch auf hohem Niveau. Begründet wird diese Entwicklung mit den 2010 geänderten Arzneimittelrichtlinien. Seitdem gelten strengere Regeln für die Verordnung von Psychopharmaka: Ritalin darf nur noch von Spezialisten für Verhaltensstörungen bei Kindern und Jugendlichen verschrieben werden, um zu gewährleisten, dass Kinder das Medikament nur unter besonders geschulter Aufsicht und nicht leichtfertig einnehmen. Laut Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) wurden im Jahr 2014 umgerechnet 1,7 Tonnen Methylphenidat verordnet, ein Rückgang von 5% gegenüber dem Vorjahr.

Nach Daten des Zentralinstituts für die Kassenärztliche Versorgung wurde 2011 bei rund 325.000 Schülerinnen und Schülern ADHS diagnostiziert: Das sind 4,4% der fünf- bis 14-jährigen Deutschen (DAK 2015). Offenbar wird bei deutlich mehr Jungen als Mädchen das ADHS-Syndrom festgestellt und entsprechend medikamentös behandelt: 2011 erhielten rund 7% der Jungen im Alter von elf Jahren und nur 2% der gleichaltrigen Mädchen Methylphenidat verordnet (Grobe/Bitzer/Schwartz 2013).
Im Gegensatz zu den Kindern und Jugendlichen nehmen offenbar vermehrt auch Erwachsene Medikamente gegen ADHS ein. Methylphenidat ist seit 2012 auch für die Behandlung von Erwachsenen mit ADHS zugelassen. Den stärksten prozentualen Anstieg für die Zahl der Versicherten mit einer Verordnung verzeichnet die Gruppe der 30- bis 34-Jährigen. 2013 warenes 148% mehr Versicherte mit einer Verordnung als 2011 (DAK 2015).

Missbrauch, Abhängigkeit und Entzug

Alle Ephedrin-Präparate besitzen mehr oder weniger stark die Wirkungen der Muttersubstanz. Die nicht selten als "Rauschmittel" eingenommenen Ephedrinabkömmlinge haben jedoch nur ein geringes Sucht­potenzial. Die größere Gefahr geht dabei von den zugelassenen Appetitzüglern aus. Auch "Ritalin" wird missbräuchlich verwendet (vgl. Hirndoping). Bei anderen Arzneimitteln dieser Art (Mittel gegen Asthma, niedrigen Blutdruck, Schnupfen und Husten) sind schon sehr hohe Dosen erforderlich, um den erwünschten "Rauschzustand" hervorzurufen (vgl. Medikamentenabhängigkeit).
Der missbräuchliche Einsatz dieser Substanzen kann anfangs zu Stimmungsaufhellungen, dann aber auch zu erheblichen Blutdruckschwankungen, Herzrasen, Depressionen sowie Wahnzuständen führen.
Im Entzug werden zumeist die Stimmungsschwankungen mit depressiven Phasen als unerträglich empfunden, weshalb Betroffene nicht selten erneut zum "Rauschmittel" greifen. Es entsteht ein Teufelskreis, der oftmals ohne professionelle Hilfe nicht durchbrochen werden kann.

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