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Amphetamin

Die illegal hergestellten Amphetamine werden in der Szene häufig als Speed benannt, auch PEP ist ein geläufiger Begriff. Amphetamin wird als Mittel gegen Konzentrationsprobleme, Müdigkeit und als Appetitzügler eingesetzt. Es ähnelt chemisch dem körpereigenen Hormon Adrenalin.

Speed ist illegal, es wird als "dreckige" und unterschätzte Droge bezeichnet. Aufgrund seiner physischen und psychischen Wirkungen gilt es als stark suchtfördernd. Amphetamine und Methamphetamine (vgl. Crystal) fallen folglich unter das Betäubungsmittelgesetz.
Amphetamine gelten auch als Dopingmittel bei Ausdauersportarten wie Radfahren und Langstreckenlauf. Sie bewirken, dass Müdigkeitsgefühle unterdrückt und körperliche Reserven voll ausgeschöpft werden können.

Geschichte des Amphetamins

Nach der Laborentwicklung 1887 durch den Chemiker Edeleano dauerte es noch über zwei Jahrzehnte, bis die psychische Wirkung des Amphetamins entdeckt wurde. In den 1920er-Jahren galt Amphetamin als Wundermittel, das zu allerlei Behandlungen eingesetzt werden konnte. Es wurde bei Neurosen und Depressionen sowie bei Alkoholismus und Epilepsie als Stimmungsaufheller und bei Fettleibigkeit als Appetitzügler verwendet. Nach dem Verbot von Kokain Ende der 1920er-Jahre wurde Amphetamin zur Ersatzdroge für "koksende" Menschen.

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Pulver mit großem Risiko und langanhaltender Wirkung

Speed wird illegal als weißes bis gelbliches Pulver - meist zu 1-Gramm-Portionen - in Papierbriefchen oder Plastiktütchen verpackt, oder als Pille oder Kapsel angeboten.
Es wird geschnupft oder geschluckt, seltener geraucht, inhaliert oder gar gespritzt. Der Reinheitsgehalt des auf dem europäischen Schwarzmarkt angebotenen Pulvers unterliegt starken Schwankungen von 5% bis zu 47%, meist findet sich ein Wirkstoffgehalt zwischen 9-19% (EBDD 2015). Speed wird häufig mit Koffein, Milchpulver, Ephedrin, Paracetamol etc. gestreckt. Bei der Injektion von Amphetamin kann es sehr schnell zu einer akuten Vergiftung durch Überdosierung kommen!

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Akute Gefahren und Langzeitschädigungen

Da der Amphetamingehalt im Speed nie genau bekannt ist, kann es schnell und unbewusst zu Überdosierungen kommen. Eine tödliche Dosis kann bei einem Menschen mit einem Körpergewicht von 75 kg schon bei etwa 100 mg Amphetamin vorliegen.
Amphetamin wird häufiger als jedes andere Mittel mit anderen Drogen kombiniert. Dieser Rausch kann unberechenbar und unkontrollierbar sein. Dieser Drogenmischkonsum erhöht das gesundheitliche Risiko und das Risiko von Zwischenfällen mit tödlichem Ausgang.

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Vom Missbrauch zur Abhängigkeit und Entzug

Amphetamine machen schnell seelisch abhängig. Es ist anzunehmen, dass es auch zu einer körperlichen Abhängigkeit kommt. Bei häufigem Gebrauch innerhalb eines kurzen Zeitraums kommt es zu Toleranzausbildung.

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Zahlen zum Konsum

Im Jahr 2012 lag die 12-Monats-Prävalenz für Amphetamine in Deutschland bei den 18-64-Jährigen bei 0,7%, bei den Männern mit 1,2% vier Mal über dem Wert der Frauen (Kraus et al. 2014). Unter den 12-17-Jährigen lag die Quote bei 0,4% (BZgA 2012).

Bei den strafrechtlich erstauffälligen Konsumierenden harter Drogen bilden die Konsumierenden synthetischer (Meth-)Amphetamine seit mehreren Jahren die weitaus größte Gruppe. Im Jahr 2014 lag bei einer Gesamtzahl von 20.120 Erstauffälligen ihr Anteil bei über 56% (BKA 2015).



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