Landes­fachstelle Präventionder Sucht­kooperation NRW

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... Arbeitssucht

Abhängig von Arbeit – gibt es das?

"Ohne Fleiß kein Preis" oder "Morgenstund hat Gold im Mund" – seit gut einem Jahrhundert ist es eines der wichtigsten Erziehungsziele, Geld und Geltung aus der eigenen Arbeit zu ziehen.

Zahlreiche Menschen arbeiten manchmal sehr viel oder überarbeiten sich, ohne je auf den Gedanken zu kommen, dass da eine Sucht im Spiel sein könnte. Alle gesellschaftlichen Karrierevorbilder arbeiten viel, im Top-Management sind nicht selten mehr als 70 Wochenarbeitsstunden die Regel, im Spitzensport wird oft den ganzen Tag trainiert.

Arbeit ist das ganze Leben

Arbeit ist der Schlüssel zu Geld und Erfolg, Arbeit adelt. Doch einige sind dabei nicht reich, sondern krank geworden. Bei ihnen hat sich die Arbeit in eine Droge verwandelt. Ständig auf der Überholspur zu leben, hält nicht jeder Mensch aus.

Irgendwann hat sich bei der Arbeit ein Hochgefühl eingestellt, ein Kick. Und seither versuchen die Arbeitssüchtigen ihr tägliches Pensum noch schneller, besser, intensiver zu erledigen. Das Hochgefühl soll wieder erreicht werden. Dazu ist ständiges Arbeiten nötig. So viel, dass die Betroffenen bereits anfangen, die Arbeit zu verstecken. Sie arbeiten, wenn es niemand sieht. Frühmorgens oder spätabends.

Arbeitssüchtige geben im Verlauf der Entwicklung einer Abhängigkeit die Trennung von Arbeit und Privatem auf, die Arbeit erhält immer häufiger Vorrang vor Privatem. Der Partner oder die Partnerin, die Familie oder der Freundeskreis werden dabei vernachlässigt.

Den Begriff Arbeitssucht – auch Workaholic – gibt es seit den 1970er-Jahren. Damals fand man in den USA heraus, dass die Symptome von Arbeitssucht erstaunlich denen der Alkoholabhängigkeit ähneln.

Die permanente Überlastung führt zu körperlichen und seelischen Beeinträchtigungen. Die Folgen sind beispielsweise depressive Störungsbilder, Hörsturz, Magengeschwür, Herzinfarkt oder Schlaganfall. Selbst im Krankenhaus fangen Arbeitssüchtige schon wieder an zu arbeiten. Der Erfolg einer Behandlung hängt maßgeblich von der Bereitschaft zur grundlegenden Verhaltensänderung ab (Heide 2007, 2002).

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