Schnüffelstoffe

Als sogenannte Schnüffelstoffe werden legal erhältliche industrielle Lösungsmittel unterschiedlicher chemischer Struktur missbraucht. Es handelt sich hauptsächlich um flüchtige, flüssige oder gasförmige Substanzen wie z.B. Benzin, Aceton (z.B. in Nagellackentferner), Toluol (z.B. in Leimen), Nitro (z.B. in Klebstoffen und Verdünnungsmitteln), Trichlorethylen, Distickstoffoxid ("Lachgas"), "Poppers" und andere Fluorkohlenwasserstoffe. Sie werden zur Erzeugung eines Rauschzustandes inhaliert ("schnüffeln").

Verglichen mit anderen Rauschmitteln liegt hier eine Besonderheit vor: Diese Stoffe sind und waren nie für den menschlichen Gebrauch gedacht, sondern sind in der Regel Bestandteile in Industrie-, Haushalts-, Kosmetik- und Medizinprodukten. Sie dienen dazu, bestimmte chemische Werkstoffe wie beispielsweise Farben, Kleber, Lacke, Verdünnungsmittel und Kautschuk für die vereinfachte Verarbeitung aufzubereiten. Lösungsmittel werden in aufwändigen chemischen Industrieverfahren hergestellt und zeichnen sich durch einen intensiven charakteristischen Geruch und durch eine hohe Flüchtigkeit aus. Hierdurch wird die Umgebungsluft mit dem Gas dieses Stoffes angereichert.

Billige und leicht zugängliche Droge

Die Schnüffelstoffe werden überwiegend von Kindern und Jugendlichen als Ersatz für andere Drogen genommen. Der Schnüffelstoffkonsum ist dabei eher ein Gruppenphänomen, im Erwachsenenalter dominiert eher der Individualkonsum.
Der Erwerb von Schnüffelstoffen ist meist ohne "Dealer", d.h. unauffällig möglich. Die Schnüffelgifte aus der Drogerie, dem Super- oder dem Baumarkt sind zudem billig und leicht zugänglich.

Beim Einstieg spielt der Gruppendruck eine große Rolle (Mutprobe). Aufgrund der ubiquitären Verfügbarkeit, der fehlenden Nachweisbarkeit in den üblichen Drogentests und ihrer Unauffälligkeit werden Schnüffelstoffe besonders in Settings mit einem hohen Überwachungspotenzial genutzt. Oft handelt es sich um Kinder und Jugendliche aus Erziehungsheimen oder um Straßenkinder mit schweren Störungen in der Entwicklung der Persönlichkeit (Friedrich 2007).
Hinweise auf eine Suchtentwicklung sind ein hoher, regelmäßiger Konsum unterschiedlicher Schnüffelstoffe. Bei labilen Jugendlichen kann das Schnüffeln schnell zu einer starken seelischen und psychischen Abhängigkeit kommen. Bislang sind keine körperlichen Entzugserscheinungen bekannt.

Jugendliche, die schnüffeln, steigen später nicht selten auf andere Drogen um.
0,1% der 12- bis 17-Jährigen "schnüffelten" im Jahr 2011, 0,2% der 18-25-Jährigen. Es wird davon ausgegangen, dass der Konsum bei männlichen Befragten weiter verbreitet ist als bei weiblichen (BZgA 2012b).

Schnelle Wirkung bis hin zu Kontrollverlust und Tod

Konsumierende Personen geben die Flüssigkeit in eine Plastiktüte oder auf ein Taschentuch und at-men, inhalieren bzw. schnüffeln die Dämpfe durch Mund oder Nase ein. Auf diese Weise gelangt das Lösungsmittel sehr schnell in die Blutbahn und ins zentrale Nervensystem. Bereits nach Sekunden tritt ein halluzinogener, bis zu 30 Minuten andauernder Rauschzustand ein. Bei wiederholtem Einatmen (Schnüffeln, Inhalieren) können Rauschzustände auch stundenlang aufrechterhalten werden.

© bilderzwerg/Fotolia
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Eine direkte Aufnahme dieser Stoffe gespritzt (intravenös) oder geschluckt (oral) würde eine lebensgefährliche Vergiftung zur Folge haben. Aufgrund ihrer chemischen Beschaffenheit lagern sich die in den Körper gelangten Substanzen bevorzugt im fettreichen Hirngewebe und in den Nervenfasern ab. Während zu Beginn der Wirkung das Bewusstsein noch erhalten ist, sind das Schmerzempfinden und die Wirklichkeitswahrnehmung jedoch deutlich vermindert.

Wunschvorstellungen, aber auch Angstträume werden für "echt" gehalten. So kommt es zu den von Konsumierenden häufig beschriebenen Allmachtsgefühlen und Traumerlebnissen sowie zur Überschätzung der eigenen Leistungsfähigkeit.
Konsumierende fühlen sich nach einer anfänglichen Benommenheit leicht, euphorisch, sorglos und weniger gehemmt und berichten über akustische und optische Wahrnehmungsveränderungen.

Im zweiten Stadium des Narkoserausches ist das Bewusstsein deutlich eingeschränkt. Die konsumierende Person nimmt ihre Umgebung fast nicht mehr wahr und ist auch nicht mehr ansprechbar, die Sprache verwaschen. Die gesamte Körpermuskulatur macht unruhige Bewegungen (Exzitationsstadium).

Im dritten und vierten Stadium kommt es zur völligen Bewusstlosigkeit mit Erschlaffung der Körpermuskulatur und schließlich zum Atemstillstand.

Beim Inhalieren oder kurz nach dem Konsum treten häufig Erbrechen, Schnupfen, Husten und Nasenbluten als "Abwehrreaktionen" des Körpers auf.

Bei den meisten Schnüffelstoffen handelt es sich um sehr gefährliche Gifte, die bei längerem Konsum schwerwiegende Langzeitschäden hervorrufen: Verätzungen und entzündliche Veränderungen der Nasen- und Lungenschleimhäute sind die Regel. Bei chronischem Missbrauch rufen Schnüffelstoffe erhebliche Schädigungen bei Organen wie Leber und Lunge hervor. Schädigungen des Zentralen Nervensystems, des Hör- und Gleichgewichtssinns und Durchblutungsstörungen sind weitere dauerhafte Folgen.

Unter den oft sehr jungen Konsumierenden kommt es immer wieder zu Todesfällen durch Herzrhythmusstörungen und den Ausfall des Atemzentrums im Gehirn infolge von Überdosierung. Die Erstickungsgefahr ist besonders groß beim Schnüffeln aus über den Kopf gezogenen Plastiktüten.

Mischkonsum mit anderen Substanzen erhöht die ohnehin starke Belastung des Herz-Kreislaufsystems. Gleichzeitiger Konsum mit Alkohol kann die atemdepressive Wirkung vieler Schnüffelstoffe verstärken und Atemstillstand hervorrufen.

Bei konsumierenden Jugendlichen kommt es nicht selten zu schweren Schäden in der Hirnsubstanz (= Schnüffelneuropathie). Hirnzellen gehen unwiderruflich zugrunde. Je nach Ort der Schädigung im Gehirn kommt es zu erheblichen Beeinträchtigungen des Gedächtnisses, Lähmungen oder gravierenden Persönlichkeitsveränderungen. Konsumierende sind aufgrund dessen nur schwer zu behandeln, viele im Anschluss sogar dauerhaft pflegebedürftig.

Bei Schwangeren können Schnüffelstoffe zu Schädigungen des ungeborenen Kindes führen.

Poppers

Poppers (engl. von to pop = knallen)

Sammelbegriff für flüchtige Substanzen auf Basis verschiedener Nitrite (Amyl-, Butyl-, Isoamyl-, Isopropyl- oder Isobutylnitrit). Es handelt sich um flüchtige, gelblich braune, im Luftgemisch explosive Flüssigkeiten mit verschiedenen, z.B. fruchtigen Aromen.
Poppers werden z. B. als "Rush" oder "Jungle Juice" mit unterschiedlichen Inhaltsstoffen u. a über das Internet verkauft und sind in der Techno-Szene gängig.

Sie werden aus Flaschen heraus oder von einem Tuch inhaliert. Beim Öffnen der Flasche kommt es in der Regel zum namensgebenden "Knallen". Sie dürfen auf keinen Fall getrunken werden. Es besteht Lebensgefahr. Außerdem sind sie leicht entflammbar!

Sofort nach dem Inhalieren setzt ein kurzer zwei- bis maximal zehnminütiger Rausch ein. Ein Gefühl von Schwindel, Herzklopfen und Wärme entsteht. Der Oberkörper und das Gesicht erröten. Es wird der Abbau von Hemmungen, intensiveres Berührungsempfinden und eine sexuell stimulierende Wirkung beschrieben.
Die Wirkung beruht auf einem vorübergehenden Sauerstoffmangel im Gehirn infolge der schlagartigen Erweiterung der Blutgefäße.

Mögliche Risiken und Nebenwirkungen können u.a. Kopfschmerzen, Schwindel, Herzklopfen sein oder aber Bewusstseinsverlust, Ohnmacht und Kreislaufkollaps infolge starken Blutdruckabfalls.
Langfristiger, regelmäßiger Konsum kann bleibende Beeinträchtigungen der Aufmerksamkeits- und Gedächtnisleistung sowie eine Verringerung des Reaktionsvermögens, Herzrhythmusstörungen, Leber- und Nierenfunktionsstörungen, Nerven- und Gehirnschäden erzeugen.

Besitz und Konsum des Popper-Wirkstoffs ist nicht strafbar. Die Weitergabe und der Verkauf - außer durch Apotheken – stellen jedoch einen Verstoß gegen das Arzneimittelgesetz dar, da nitrithaltige Medikamente verschreibungspflichtig sind.

Poppers wurden in der Medizin bspw. zur Behandlung von Angina Pectoris (Brustenge, Herzschmerz) eingesetzt. Sie stehen im Verdacht, krebserregende Stoffe zu enthalten. Die Entwicklung einer psychischen Abhängigkeit ist möglich! (vgl. http://drugscouts.de/de/lexikon/poppershttp://www.partypack.de/Poppers.50.0.html)

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