Crystal

Crystal ist der Szenename für Methamphetamin. Dem Inhaltsstoff zufolge wird es auch als Crystal Meth oder nur mit Meth bezeichnet. Weitere gängige Namen sind Yaba (=verrückte Medizin), Perlik, Piko, Crank, Speed, Crystal-Speed, Hard Pep, Glass oder Ice.

Crystal bzw. Methamphetamin ist ein starkes Psychostimulans auf Amphetamin-Basis. Im Vergleich zu anderen auf dem Schwarzmarkt befindlichen Amphetaminpräparaten (Speed) wirkt es etwa fünf Mal stärker und länger. Eine gewöhnliche "Speed-Dosis" kann bei Crystal bereits eine gefährliche Überdosierung bedeuten.
Methamphetamin wird durch die chemische Reduktion von Ephedrin gewonnen und auf dem Schwarzmarkt als weißes oder eingefärbtes kristallines Pulver verkauft. Es ist aber auch in Tablettenform oder als Kapsel erhältlich. Die kristalline Form der Substanz ist vergleichbar mit Eiskristallen, worauf sich auch die Bezeichnungen "Crystal" bzw. "Ice" gründen.
Im Unterschied zu herkömmlichen Amphetaminwirkstoffen ist der Reinheitsgrad von Crystal noch höher – zwischen 31 bis 66% - und damit auch seine Wirkung erheblich stärker (EBDD 2015). Welche Inhaltsstoffe die auf dem Schwarzmarkt oder in der "Szene" angebotene Produkte tatsächlich enthalten, ist nicht erkennbar. Zumeist sind diverse Streck- bzw. Verschnittstoffe wie Koffein, Paracetamol, Milchzucker etc. enthalten.

Wo kommt es her?

Methamphetamin wird in illegalen Laboren in vielen europäischen Ländern hergestellt. Nach Deutschland gelangt es in der Regel aus Tschechien. Crystal ist aufgrund des vergleichsweise geringen Produktionsaufwands eine "preiswerte" Droge: Im Jahr 2014 kostete ein Gramm im europäischen Durchschnitt zwischen 13 und 42 Euro, in Deutschland circa 79 Euro. Aus einem Gramm können bis zu 40 Konsumeinheiten hergestellt werden (EBDD 2015; Drogenbeauftragte 2015).

Geschichte

Die Erstsynthese des Methamphetamins erfolgte bereits 1893 in Japan. In der Folgezeit wurde der Wirkstoff Ephedrin weiter erforscht und lag 1919 erstmalig in kristalliner Reinform vor.
In Deutschland wurde ab 1934 an der Weiterentwicklung des Stimulans gearbeitet. Vier Jahre später wurde es unter dem Handelsnamen Pervitin als Psychopharmakon vertrieben und war bis 1988 als rezeptpflichtiges Arzneimittel erhältlich (als Appetitzügler oder Stimmungsaufheller bei Depressionen). Während des Zweiten Weltkriegs wurde der Wirkstoff – der das Angst- und Schmerzempfinden senkt – von Wehrmachtssoldaten häufig als Wachmacher oder zur Leistungssteigerung konsumiert. "Wiederentdeckt" wurde Methamphetamin in den 1980er-Jahren in den USA.

Einnahme und Wirkung

Crystal kann auf verschiedene Weisen konsumiert werden: gesnieft, geraucht, gespritzt und ge-schluckt. Da Methamphetamin gut fettlöslich ist, gelangt es nach dem Konsum schneller ins Gehirn als andere Amphetamine. Besonders riskant sind das Rauchen sowie das Spritzen, da es auf diesem Weg am schnellsten in den Blutkreislauf gerät. In Deutschland wird Crystal vor allem gesnieft, in den USA wird es überwiegend geraucht oder gespritzt.

Crystal entfaltet seine Wirkung innerhalb weniger Sekunden, wenn es gespritzt oder geraucht wird.  Beim Sniefen setzt die Wirkung nach etwa 5 bis 15 Minuten und beim Schlucken nach etwa 30 bis 45 Minuten ein.
Die Wirkungsdauer von Methamphetamin ist deutlich länger als bei Amphetaminen: die Wirkung einer gesnieften Konsumeinheit ("Line") Methamphetamin hält bis zu 20 Stunden an, zum Teil auch deutlich länger, da Crystal im Körper nur sehr langsam abgebaut wird. Grundsätzlich ist die Wirkung abhängig von der Dosis, dem Wirkstoffgehalt, der individuellen Gewöhnung an die Droge, der Verabreichungsform sowie der körperlichen und psychischen Verfassung der konsumierenden Person.

Crystal bewirkt eine erhöhte Ausschüttung körpereigener Botenstoffe wie Adrenalin, Noradrenalin und Dopamin im Gehirn. Typische Wirkungen sind:

  • starker Bewegungsdrang,
  • Puls, Herzfrequenz und Blutdruck steigen,
  • Atmung ist beschleunigt,
  • erhöhte Körpertemperatur verbunden mit starkem Schwitzen,
  • kalte Hände und Füße,
  • unterdrücktes Hunger-, Durst- und Schlafbedürfnis,
  • Schmerz wird nicht mehr wahrgenommen,
  • aufgerissene Augen, Zähne knirschen und Grimassieren („Gesichtsfasching“),
  • Kribbeln unter der Haut (im Extrem gleichgesetzt mit krabbelnden Insekten unter der Haut),
  • extreme Nervosität,
  • gesteigerter Rededrang ("Laberflash") sowie Gedanken-Sprünge,
  • Wortfindungsstörungen,
  • gehobenes Selbstwertgefühl,
  • erhöhte Risikobereitschaft,
  • starke Euphorie (Stimmungshoch),
  • übersteigertes Selbstbewusstsein,
  • erhöhte Kontaktbereitschaft und
  • luststeigernde, enthemmende Wirkung.

In der Folge kann es bei Konsumierenden aufgrund einer Überschätzung der Leistungsfähigkeit zum  psychischen und körperlichen Zusammenbruch kommen (Meyer 2014).

 

Gefahren und Langzeitschädigungen

Da es sich bei Crystal um eine hochpotente Substanz handelt, ist das Risiko einer lebensgefährlichen Überdosierung sehr groß, wobei es im Extremfall zum Herzstillstand kommen kann.
Methamphetamin schädigt das zentrale Nervensystem. Studien zufolge kann der Langzeitkonsum zu Schäden des Gehirns mit erheblichen Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen führen.

Rauchen als Konsumform ist besonders riskant, da es hierbei sehr schnell zu schweren Vergiftungen durch Überdosierung kommen kann. Beim Konsum von Crystal Meth entwickelt sich sehr schnell eine psychische Abhängigkeit. Ein risikoarmer Konsum ist bei Crystal nicht möglich. Im Körper wird - schneller als bei Speed und Kokain - eine Toleranz gegenüber dem Rauschmittel aufgebaut, was dazu führt, dass immer höhere Dosen für eine gleichbleibende Wirkung erforderlich sind. Die Nachwirkungen von Crystal werden häufig als Entzugserscheinungen empfunden und führen zu erneutem Konsum. Es besteht zunehmend die Gefahr, dass sich aus gelegentlichem Konsum ein alltäglicher und abhängiger Konsum entwickelt.

Bei häufigem Konsum ist mit schweren körperlichen und psychischen (Langzeit-)Beeinträchtigungen zu rechnen. Dazu gehören:

  • starker Gewichtsverlust (u.a. auch Appetitlosigkeit),
  • Hautreizungen/-entzündungen ("Speed-Pickel" oder "Crystal-Akne"),
  • Schädigung der Zähne oder Zahnausfall,
  • Löcher an der Nasenscheidewand oder komplette Auflösung,
  • Magenschmerzen (im Extremfall Magendurchbruch),
  • Herzrhythmusstörungen, Herzrasen,
  • Zittern, Unruhe,
  • Schweißausbrüche,
  • Muskelkrämpfe,
  • Mundtrockenheit und Brechreiz,
  • Schwindel/starke Kopfschmerzen und
  • Verdauungsstörungen.

Depressionen, Gereiztheit, Katerstimmung, verstärkte Aggressivität, erhöhte Ängstlichkeit, Halluzinationen mit Angstzuständen und Panikattacken sowie Trägheit und paranoide Wahnvorstellungen - verursacht durch den Schlafmangel - sind akute Nachwirkungen an den Folgetagen des Konsums. Insgesamt ist bei Langzeitkonsumierenden ein starker körperlicher Verfall zu beobachten (vgl. www.mindzone.de; www.drug-infopool.de; www.drugcom.de).

 

Zahlen zum Konsum

Vor Jahren wurde "Crysteln" als ein Phänomen der Party- und Technoszene wahrgenommen. Eine Begrenzung auf bestimmte Subkulturen ist mittlerweile nicht mehr feststellbar. Fast ebenso häufig wird Crystal in der Freizeit und bei der Arbeit konsumiert. Bislang liegen noch keine konkreten Daten über die bundesweite Verbreitung des  Konsums von Crystal in der Bevölkerung vor. Auffällig ist, dass überwiegend die an Tschechien angrenzenden Bundesländer betroffen sind. Tendenziell konsumieren mehr Männer als Frauen die Substanz.
Weltweit ist Crystal Meth nach Cannabis mittlerweile die am zweithäufigsten konsumierte illegale Droge. Die Vereinten Nationen schätzen, dass es bereits von 24 Millionen Menschen eingenommen wird.

Recht

Methamphetamin unterliegt dem Betäubungsmittelgesetz (BtMG). Herstellung, Handel, Erwerb sowie Besitz und Abgabe von Crystal stellen daher eine strafbare Handlungen dar.

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