Methodensammlung zur Suchtvorbeugung in der stationären Jugendhilfe
Die Ursachen für dieses Konsumverhalten liegen in den Lebensumständen der Kinder und Jugendlichen begründet. In Deutschland sind ca. 27.000 Kinder und Jugendliche in Heimen untergebracht. Sie stammen zu einem Großteil aus Familien, in denen sie schwer vernachlässigt und oft auch körperlich und / oder psychisch misshandelt wurden. Häufig ist mindestens ein Elternteil alkoholabhängig und / oder psychisch erkrankt. Bei den Kindern und Jugendlichen hat sich in der Regel eine Ich-Schwäche mit den entsprechenden Verhaltensauffälligkeiten ausgebildet (z.B. Aggressivität, Angst, Depressivität, psychosomatische Störungen, ADHS uvm.). Über 90% der in der stationären Jugendhilfe untergebrachten Kinder und Jugendlichen sind von diesen Auffälligkeiten und Störungen betroffen.
Die suchtpräventive Arbeit sieht vor, mit den Jugendlichen Schutzfaktoren gegen ein Suchtverhalten aufzubauen. Dazu zählen u.a. Kommunikationsfähigkeit, Verantwortungsbewusstsein und positives Selbstwertgefühl. Die Arbeit mit Heimkindern ist wegen ihrer Verhaltensauffälligkeiten nicht einfach, und außerdem können sie oft weder sicher lesen noch schreiben und sich meist auch nicht gut ausdrücken. Das Autorenteam entwickelte deshalb Methoden, die sich auf die Bearbeitung von Bildern konzentrieren, einfacher und im Sinne des Wortes begreifbarer sind. Die Jugendlichen erhalten neben spielerisch aufgearbeiteten Informationen die Möglichkeit, positive Kommunikationsformen innerhalb einer Gruppe zu erlernen sowie besondere Erfahrungen im Rahmen von erlebnispädagogischen Übungen zu machen.