Safer Internet Day 2025: Keine Likes für Lügen! Erkenne Extremismus, Populismus und Deepfakes im Netz

10.02.2025

Teil 1

Am 11. Februar findet der bundesweite Safer Internet Day 2025 statt. Desinformationen, stark emotionalisierende und auch hasserfüllte Inhalte nehmen in sozialen Netzwerken einen großen Raum ein. Welche Kompetenzen brauchen Menschen, insbesondere junge Menschen, um manipulative Social-Media-Inhalte kritisch einzuordnen? Mit dem Schwerpunktthema "Keine Likes für Lügen! Erkenne Extremismus, Populismus und Deepfakes im Netz" rückt "klicksafe" Aufklärung und Empowerment in den Fokus des Safer Internet Days 2025. Der kritische und reflektierte Umgang mit Informationen auf Social Media sollte eine Kulturtechnik sein, die dabei hilft, sich vor Manipulation, Verunsicherung und ungesunden Handlungen zu schützen. Damit ist dieses Thema auch für Fachkräfte der Suchtprävention und Multiplikator:innen in der Arbeit mit jungen Menschen relevant.

Im Rahmen des Safer Internet Days beleuchtet eine dreiteilige Artikelserie das Thema aus verschiedenen Perspektiven der Suchtprävention.

Extremismus und Manipulation

Junge Menschen informieren sich vor allem auf Social Media über das aktuelle Weltgeschehen. Die massive Präsenz von Falschinformationen, häufig in Kombination mit (extrem) rechten Inhalten auf jugendaffinen Social-Media-Plattformen wie TikTok, stellt Jugendliche vor große Herausforderungen, Informationen korrekt zu bewerten und einzuordnen. Laut JIM-Studie 2023 wurden 42 Prozent der befragten Jugendlichen online bereits mit extremen politischen Ansichten und 40 Prozent mit Verschwörungserzählungen konfrontiert. Besonders rechtspopulistische Akteur:innen nutzen die Reichweitenstärke von Social Media, um ihre rassistischen und antidemokratischen Narrative zu verbreiten. Zunehmend werden KI-generierte Deepfakes eingesetzt, um zu emotionalisieren, extreme Positionen zu befeuern und demokratische Werte zu bedrohen.

Kompetenzförderung

In Deutschland koordiniert "klicksafe" den Safer Internet Day und will dazu beitragen, die Informations- und Medienkompetenz zu fördern. Ziel ist es, im Sinne einer kritisch-reflexiven Urteilsfähigkeit und faktenbasierten Meinungsbildung, eine respektvolle und mündige Diskursfähigkeit zu stärken. Eine wichtige Säule der Suchtprävention auch in diesem Zusammenhang ist die Stärkung von sozialen Kompetenzen, Selbstreflexion, die Auseinandersetzung mit Risikokompetenz und die Fähigkeit, informierte Entscheidungen zu treffen.

Deepfakes können verunsichern, indem angebliche Bedrohungen, Falschinformationen und vereinfachte Lösungen Ängste auslösen. Das kann sich auf politische Themen beziehen, aber auch z.B. auf Schönheitsideale von Schlankheit, Sportlichkeit und Makellosigkeit. Unrealistische Angebote zu Ernährung und Nahrungsergänzungsmitteln, Make up und anderen Beauty-Produkten, Trainingsmethoden und -kleidung können auf junge Menschen einen enormen Druck ausüben – gerade in einer Lebensphase, in der sich der Körper verändert und das Gehirn sich in einer sensiblen Entwicklungsphase befindet.

Maßnahmen der Suchtprävention können einerseits aufklären, informieren und Gesprächsanlässe in einem geschützten Rahmen anbieten. Sie können darüber hinaus zur Entwicklung einer kritischen Haltung beitragen:

  • Selbstwert und Selbstwirksamkeit stärken
  • Fähigkeiten zur Selbstregulation vermitteln
  • Gefühle und Bedürfnisse wahrnehmen und benennen
  • schwierige Lebenssituationen meistern ohne Rückgriff auf psychoaktive Substanzen wie Alkohol, Tabak, Nikotin oder Glücksspiele, Games usw.
  • Schönheitsideale in Frage stellen
  • Politische/extremistische Inhalte überprüfen
  • Veränderungsbereitschaft anregen
  • Wissenschaftlich gesicherte Auswirkungen und Risiken von Substanzen und süchtigen Verhaltensweisen vermitteln.

Was ist überhaupt ein Deepfake?

Ein Deepfake ist eine mittels Künstlicher Intelligenz (KI) erzeugte oder manipulierte Aufnahme. Sie erweckt den Anschein, eine reale Person sage oder tue etwas, das in Wirklichkeit jedoch nie stattgefunden hat. Der Begriff setzt sich aus "Deep Learning" (einer Methode des maschinellen Lernens) und "Fake" (Fälschung) zusammen. Es kann sich dabei um verschiedene Medien handeln: Videos, Bilder und Audiodateien. Typische Anwendungen sind das Austauschen von Gesichtern in Videos (Face Swapping), das Verändern von Gesichtsausdrücken oder Lippenbewegungen (Face Reenactment) sowie das Erzeugen komplett neuer, realistisch wirkender Gesichter (Face Synthesis).

Deepfakes werden in der Regel von Menschen erstellt, die gezielt KI-Technologien einsetzen, um manipulierte Inhalte zu erzeugen. Das Internet selbst generiert keine Deepfakes automatisch; es dient vielmehr als Plattform zur Verbreitung solcher Inhalte. Zur Erstellung von Deepfakes greifen die Bearbeitungsprogramme auf große Bild- und Tonmaterialsammlungen zurück, analysieren diese und erstellen daraus die neuen, falschen Inhalte. Deepfakes sind für das bloße Auge nur noch sehr schwer zu erkennen und stellen deshalb eine immer größere Gefahr da. Falschinformationen werden so schneller geglaubt und im Netz geteilt.

Deepfakes werden in verschiedenen Bereichen eingesetzt, sowohl positiv als auch negativ. In der Unterhaltungsindustrie können sie beispielsweise für Spezialeffekte in Filmen genutzt werden. Allerdings bergen sie auch Risiken, insbesondere wenn sie zur Verbreitung von Desinformation, für Identitätsbetrug oder zur Erstellung nicht autorisierter pornografischer Inhalte verwendet werden.

Um sich vor den potenziellen Gefahren von Deepfakes zu schützen, ist es wichtig, Medieninhalte kritisch zu hinterfragen und auf Anzeichen für Manipulationen zu achten. Dazu gehören Unstimmigkeiten in der Mimik, unscharfe Gesichtskonturen oder asynchrone Lippenbewegungen. Zudem können technische Hilfsmittel und Programme zur Erkennung von Deepfakes beitragen.

 

Deepfake kann von Bildbearbeitung abgegrenzt werden

Bildbearbeitung bezieht sich auf die Anpassung oder Verbesserung von Bildern mit Tools wie Photoshop, Lightroom oder Apps wie Instagram. Typische Änderungen sind Helligkeit, Kontrast, Farben, Hautglättung oder das Hinzufügen von Filtern.

Ziel: das Bild ästhetisch ansprechender zu machen, aber die grundlegende Identität oder Authentizität des Bildes bleibt erhalten.

Beispiel: Entfernen eines Pickels, Anpassen der Beleuchtung oder Hinzufügen eines Filters.

Das Bearbeiten eines Selfies oder Porträts für Social Media fällt unter Bildbearbeitung, solange es keine Täuschung beabsichtigt, die deine Identität oder Realität verändert. Deepfakes hingegen sind gezielt für realistisch wirkende, oft täuschende Manipulationen entwickelt.

In Teil 2 der Artikelserie geht es um zwei neue Präventionsangebote, die die hier genannten Bereiche aufgreifen: die Methodentasche "Body & Mind – Trainingszirkel" der Landeskampagne "Sucht hat immer eine Geschichte" sowie die Übertragung des Angebotes "InstaVention" auf das Thema "exzessive Mediennutzung".

In Teil 3 wird das Phänomen "Kauf- und Shopping-Störung" beleuchtet im Zusammenhang mit den Marketingstrategien eines "limbischen Kapitalismus".

Quellen

https://regina-stoiber.com/2022/08/14/identitaetsbetrug-deepfake-einfach-erklaert/?utm_source=chatgpt.com

https://www.bsi.bund.de/DE/Themen/Unternehmen-und-Organisationen/Informationen-und-Empfehlungen/Kuenstliche-Intelligenz/Deepfakes/deepfakes_node.html?utm_source=chatgpt.com

https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/was-sind-deep-fakes-2230226?utm_source=chatgpt.com

https://www.lpb-bw.de/fake-news?utm_source=chatgpt.com

https://www.klicksafe.de/desinformation-und-meinung/deepfakes

https://youtu.be/15zJvCITFdI

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Aus Düsseldorf: Auf der A 52 in Richtung Essen fahren Sie bis zum Breitscheider Kreuz und dort auf die A3 in Richtung Köln/Oberhausen. Folgen Sie der Beschilderung A52/Essen/Ratingen-Breitscheid. Nehmen Sie die Ausfahrt 25/Breitscheid und fahren Sie Richtung Ratingen/Breitscheid/Mülheim a.d.R.-Süd. Halten Sie sich an der Gabelung links und folgen der B1 in Richtung Mülheim a.d.R./Breitscheid-Nord. Dann biegen Sie links in die Kölner Straße/B1 ab. Folgen Sie der Straße immer weiter geradeaus auf die Obere Saarlandstraße den Berg hoch.

Nach ca. 8 km biegen Sie hinter der Aral-Tankstelle (rechte Seite) links ab auf den Werdener Weg Richtung Stadtmitte, der in die Kaiserstraße übergeht.

Links der Schienen befindet sich die ginko Stiftung für Prävention, schräg gegenüber der Arbeitsagentur/Sportzentrum Süd mit Schwimmbad, Sporthalle sowie großem Parkplatz, auf der gegenüberliegenden Straßenseite befindet sich auf der Kaiserstraße 90 die ginko Stiftung für Prävention.

Aus Essen: Von der A 40 nehmen Sie die Ausfahrt 19 Mülheim-Zentrum/Heißen und fahren ca. 5 km immer geradeaus auf der Essener Straße/B1 in Richtung MH-Zentrum bis zur Ampelkreuzung. Dort biegen Sie links in die Kaiserstraße ab, die Sie knapp 1 km hochfahren. Auf der rechten Seite befindet sich die ginko Stiftung für Prävention, schräg gegenüber der Arbeitsagentur/Sportzentrum Süd mit Schwimmbad, Sporthalle sowie großem Parkplatz. Um dort zu parken, wenden Sie links an der nächsten Ampelkreuzung in die Gegenrichtung (über die Schienen). 

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln

Der Hauptbahnhof Mülheim ist mit mehreren RE, RB und S-Bahnen erreichbar. Von dort können Sie zu Fuß laufen oder die Straßenbahn 112 nehmen.

Zu Fuß: Dauer ca. 12 Minuten: Sie gehen durch das angrenzende Einkaufzentrum (Forum) hindurch bis zum Ende (Woolworth). Hier nehmen Sie die Treppe nach unten, gehen geradeaus und kommen durch das Gebäude auf den Kaiserplatz. Hier überqueren Sie die Straße (zwei Ampeln). Ab hier laufen Sie parallel der Schienen die Kaiserstraße immer weiter hinauf, auf der rechten Seite befindet sich die ginko Stiftung für Prävention - Hausnummer 90 - schräg gegenüber der Arbeitsagentur/Sportzentrum Süd.

Mit der Straßenbahn: Zu Fuß bis zum Kaiserplatz. Dort nehmen Sie an der "Haltestelle Kaiserplatz" die Straßenbahn-Linie 112 Richtung "Hauptfriedhof". Nach zwei Haltestellen steigen Sie am "Sportzentrum Süd" aus. In Fahrtrichtung rechts 60 Meter die Straße wieder herunter finden Sie die ginko Stiftung für Prävention gegenüber der Arbeitsagentur/Sportzentrum Süd.

Hier können Sie die Wegbeschreibung  herunterladen.