Landes­fachstelle Präventionder Sucht­kooperation NRW

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Alkohol

Reiner Alkohol

Reiner Alkohol - Äthylalkohol oder Äthanol - ist eine farblose, brennbare Flüssigkeit, die auch als Lösungsmittel in Farbstoffen und Arzneien verwendet wird. Alkohol entsteht durch Gärung kohlenhydrathaltiger Naturprodukte wie Traubensaft und Gerste.
Äthylalkohol ist die "psychoaktive Substanz" in Wein, Bier oder Schnaps, die zum Rausch führen kann.

Alkoholische Getränke sind als Genuss-, Rausch- oder Nahrungsmittel seit dem Altertum in nahezu allen Kulturen bekannt. Schon im alten Ägypten wurde Bier gebraut. Griechen und Römer verehrten einen Gott des Weines, Dionysos bzw. Bacchus.

Die Germanen stellten aus Honig und Wasser berauschenden Met her. Wein als Symbol des Erlöserblutes gehört im Christentum vielerorts weiterhin zur Abendmahlsfeier dazu. Im Mittelalter brauten Klostermönche Bier, das als alltägliches Nahrungsmittel eingesetzt wurde.

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Wirkung

Alkohol gelangt sehr schnell in die Blutbahnen und so in den gesamten Körper, wo er besonders die Gehirnfunktion beeinflusst. Der Konsum alkoholischer Getränke hat zunächst eine anregende, später eine hemmende Wirkung.

Zunächst fühlt man sich zwangloser und freier, unbeschwert und entspannt. Die Zunge wird lockerer, die Fähigkeit zur Selbstkritik lässt nach. Im weiteren Verlauf verringern sich Konzentrations- und Reaktionsfähigkeit deutlich.
Bei einer Blut-Alkohol-Konzentration von circa einem Promille beginnt das Rauschstadium. Bewegungen werden unkontrollierter, es kommt zu erstem Torkeln und Lallen, die Stimmung ist albern-heiter, aber auch oft aggressiv oder depressiv.
Bei  einer Blut-Alkohol-Konzentration von zwei Promille kommt es zu  schwerwiegenden Gedächtnis- und Orientierungsstörungen. In diesem Zustand kommt es bei den Betroffenen zumeist  zu einem "Filmriss", d.h. sie können sich im Nachhinein an nichts mehr erinnern.
Bei über drei Promille spricht man von einer schweren Alkoholvergiftung, die zum Koma und Tod durch Herz-Kreislauf-Versagen und Atemstillstand führen kann.

Menschen vertragen Alkohol sehr unterschiedlich:

  • Frauen vertragen wegen des höheren Fettgehaltes ihres Körpers etwa ein Fünftel weniger Alkohol als Männer.
  • Bei Personen, die müde sind, lange nichts gegessen haben bzw. gleichzeitig bestimmte Medikamente eingenommen haben, verstärkt sich die Wirkung des Alkohols.

Für Jugendliche ist der Konsum von Alkohol besonders gesundheitsschädlich und auch das Risiko einer Alkoholvergiftung ist erhöht:

  • Enzyme in der Leber sind größtenteils für den Abbau des Alkohols verantwortlich. Diese sind bei Jugendlichen in deutlich geringerer Menge vorhanden als bei Erwachsenen.
  • Das im Wachstum befindliche Gehirn reift zwischen dem 12. und dem 16. Lebensjahr besonders stark und reagiert auf Zellgifte wie Alkohol sehr empfindlich. Folgen sind eine verminderte Denk- und Gedächtnisleistung. Erst mit ca. 20 Jahren ist die körperliche Entwicklung abgeschlossen.

Akute und langfristige Gesundheitsschäden

Rund ein Drittel aller Gewalttaten wie Sachbeschädigung, Körperverletzung und Totschlag werden unter Alkoholeinfluss begangen. Grund dafür ist vor allem die enthemmende Wirkung des Alkohols. Beim Konsum von Alkohol werden häufig Ängste und Hemmungen reduziert, weshalb sich Betroffene furchtloser und mutiger fühlen, aber auch schneller reizbar sind.
Die sonst vorhandene Selbstkontrolle nimmt ab, die Stimmungslage verändert sich und kann zunehmend zu aggressiven Handlungen führen. Insbesondere Mädchen und Frauen unterliegen einer erhöhten Gefahr, Opfer sexueller Übergriffe zu werden.


Schon ab einer sehr geringen Menge Alkohol verschlechtern sich das Wahrnehmungsvermögen und die Fähigkeit, Entfernungen richtig einzuschätzen. In Deutschland gilt eine Obergrenze von 0,5 Promille für die Teilnahme am Straßenverkehr für Kraftfahrzeug-Führende. Bei Anzeichen von Fahruntauglichkeit kann beim Fahren eines Kraftfahrzeugs ab 0,3 Promille eine Straftat vorliegen. Letzteres gilt auch für Fahrradfahrerinnen und -fahrer. Für Fahranfängerinnen und -anfänger unter 21 Jahren sowie in der zweijährigen Probezeit gilt – unabhängig vom Alter – die Null-Promille-Grenze.

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Zahlen, Jugendschutz, Alkoholsteuer

Deutschland gilt im europäischen Vergleich als Hochkonsumland. Der durchschnittliche Ksonum pro Kopf und Jahr beträgt mehr als 10 Liter Reinalkohol.

Aktuelle Zahlen zum Konsum liefern

  • das Jahrbuch Sucht
  • das Datenportal des Bundesdrogenbeauftragten https://datenportal.bundesdrogenbeauftragter.de/alkohol
  • der Alkoholatlas (Deutsches Krebsforschungszentrum)
  • der Alkoholsurvey (Bundesinstitut für öffentliche Gesundheit (BIÖG).

 

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Alkohol und Schwangerschaft

Jährlich werden etwa 10.000 Neugeborenen mit einer fetalen Alkoholspektrum-Störung (FASD) geboren. Ursache ist Alkoholkonsum der Mutter während der Schwangerschaft.
Mittlerweile gilt als erwiesen, dass bereits ein geringer und gelegentlicher Alkoholkonsum zu Schäden führt (Bergmann et al. 2006; Merzenich/Lang 2002, https://www.kindergesundheit-info.de/infomaterial-service/nachrichten/artikel/artikel/fuer-die-gesundheit-ihres-kindes-kein-alkohol-in-der-schwangerschaft/).

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Alkoholabhängigkeit

Eine Alkoholabhängigkeit entwickelt sich meist schleichend. Zunächst trinkt die Person Alkohol nur in Gesellschaft, genießt die Heiterkeit und gehobene Stimmung. Immer häufiger wird dann Alkohol eingesetzt, um trübe Stimmungen und Ängste zu vertreiben. Ein Anlass zum Trinken findet sich immer. Die Abhängigkeit beginnt mit dem Zeitpunkt, mit dem man sich ohne Alkohol unwohl fühlt und unter der Enthaltsamkeit leidet.

Wie bei jedem Suchtmittel müssen die Mengen zunehmend erhöht werden, bis sich die gewünschten positiven Gefühle einstellen. Probleme werden kaum oder nicht mehr gelöst, sondern mit Alkohol "heruntergespült".

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Behandlung der Alkoholabhängigkeit

Alkoholabhängigkeit ist als Krankheit anerkannt. Die Krankenkassen übernehmen die Behandlungskosten für einen qulifizierten Entzug.
Bei der Behandlung steht zunächst die körperliche Abhängigkeit im Vordergrund. Beim sogenannten qualifizierten Entzug werden zusätzlich zur Behandlung des körperlichen Entzugssyndroms die psychische Abhängigkeit und die soziale Situation mit einbezogen.

Im Rahmen der Akutbehandlung wird der Körper entgiftet. Der Entzug ist meist mit unangenehmen und behandlungsbedürftigen Begleiterscheinungen verbunden. Er dauert zwei bis drei Wochen und sollte in einer Fachklinik durchgeführt werden.

An den qualifizierten Entzug sollte sich möglichst direkt eine Anschlussbehandlung zur Entwöhnung anschließen.

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