Fachstelle für Sucht­vorbeugung
Jugend­beratungs­stelle
in Mülheim an der Ruhr

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Trantheoretische Modell der Verhaltensänderung- Trantheoretische Modell der Verhaltensänderung -

Motivation statt Machtkampf

27.06.2022NK

„Der Alkohol hilft mir durch die Woche und ich habe dadurch keine körperlichen Nachteile. Warum sollte ich dann damit aufhören?“ Das war eine Sequenz einer Kleingruppenarbeit bei der MOVE-Fortbildung, in der die Teilnehmenden einen konsumierenden Jugendlichen aus dem eigenen Arbeitsfeld vorstellten. Die dreitätige MOVE-Fortbildung zur motivierenden Kurzintervention fand dieses Jahr, nach einer langen Coronapause, im Mai statt. Diese bieten wir regelmäßig für Fachkräfte in Mülheim an, um Sicherheit im Umgang mit konsumierenden Jugendlichen zu schaffen. Dieses Jahr durften wir erstmals wieder 12 Teilnehmer:innen aus den verschiedenen Fachbereichen Schule, Streetwork und Frauenhaus, die in Mülheim tätig sind, in der Wolfsburg in Mülheim willkommen heißen.

Eine Kurzintervention bei Jugendlichen, die regelmäßig Suchtmittel konsumieren, kann eine Herausforderung sein: Widerstand ist ein zentrales Merkmal in der Phase der Absichtslosigkeit, in der kein direktes Anstreben einer Veränderung im Fokus steht. Allerdings können schon kleine Gespräche zwischen Tür und Angel einen Keim der Veränderung aufsprießen lassen. Doch auch ein solches Gespräch muss geübt sein. Die 12 Teilnehmer:innen konnten in den drei Tagen reichlich Werkzeuge und Anregungen sammeln, um solche Gespräche zukünftig effektiv zu führen.

Unter der Anleitung von MOVE-Trainer:innen Deike Kranz und Günter Weisgerber von der ginko Stiftung für Prävention konnten die Teilnehmenden Grundhaltung, Basiswissen und Basisfertigkeiten der motivierende Gesprächsführung nach Miller und Rollnick erlernen. Weitere Kommunikationstheorien und Gesprächsführungsansätze sowie rechtliches Faktenwissen, v.a. aber auch das Modell der Verhaltensänderung nach Prochaska et. al sind weitere wichtige Bestandteile der Fortbildung. Ziel dabei ist dabei die Förderung der Änderungsbereitschaft, sowie die Begleitung und Stützung des Veränderungsprozesses der Jugendlichen. Im obengenannten Beispiel befindet sich der Jugendliche in der Phase der Absichtslosigkeit. Im Transtheoretischen Modell der Verhaltensänderung (TTM) sind als weitere Phasen die Vorbereitung, Aktion und Aufrechterhaltung formuliert. Den Phasen sind entsprechende Interventionsmöglichkeiten zugeordnet, die in der Fortbildung einen breiten Raum einnehmen. Neben interaktiven Übungen zur Umsetzung in der Praxis spielte auch der aktive Erfahrungsaustausch der Fachkräfte eine wichtige Rolle und stellte eine Bereicherung für die Gruppe dar. Trotz des umfangreichen Programms konnte von Frontalunterricht aber keine Rede sein. „Das Schlechteste, das mir in einem Gespräch mit Jugendlichen passieren kann, ist in einen Machtkampf zu geraten“, so äußerte sich eine teilnehmende Person zu ihren früheren Erfahrungen – eine berechtigte Sorge, die die MOVE-Fortbildung überwinden hilft.

 Mehr Informationen zu MOVE finden Sie hier: https://www.ginko-stiftung.de/download/Flyer/Flyer__MOVE_Jugendliche__Ansicht.pdf


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