Landes­fachstelle Präventionder Sucht­kooperation NRW

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Beratung und Behandlung - Leben ohne Glücksspiel

Viele problematisch oder pathologisch Glücksspielende versuchen zunächst, allein vom Glücksspiel loszukommen. Glücksspiele zu spielen ist keine Kunst, aber Aufhören ist eine: Pathologisch Glücksspielende träumen vom Siegen. Diese Traumwelt zerbricht, wenn sie aufhören zu spielen. Nun gilt es zu lernen, dass das Leben auch ohne unrealistische Träume erträglich ist. Die Realisierung der persönlichen und finanziellen Verluste ist schmerzhaft. Diese Konfrontation ist aber der richtige Schritt aus der falschen Hoffnung, immer weiter siegen zu wollen.

Möglichkeiten der Hilfe

Das Hilfeangebot für Glücksspielsüchtige und ihre Familien ist inzwischen breit gefächert. Es reicht von Telefonhotlines über Internetforen, Selbsthilfegruppen, Suchtberatungs- und Behandlungsstellen bis hin zu Fachkliniken. Beratungsstellen bieten Betroffenen und Angehörigen Unterstützung und Rat. Einige verfügen darüber hinaus über ein Angebot für ambulante Rehabilitationsmaßnahmen. In Fachkliniken können sich Glücksspielsüchtige in stationäre Rehabilitation begeben.

In Selbsthilfegruppen stützen sich die Betroffenen gegenseitig. Wenn es einer schafft, zwischen zwei Treffen nicht zu spielen, ist das ein erster Erfolg. Das Reden über den "Spieldruck" hilft, ihn zu vermindern. In den Gruppen müssen Betroffene kein Geheimnis aus ihrer Abhängigkeit machen, alle Anwesenden sind in einer ähnlichen Situation.

Glücksspielsüchtige weisen in Beratungsstellen eine relativ schlechte Haltequote auf: Die Abbruchquote liegt sowohl bei Männern als auch bei Frauen mit 45,8% bzw. 48,9% deutlich über der anderer suchtkranker Menschen. Gute Chancen vom Glücksspielen loszukommen hat, wer die Beratung oder Behandlung bzw. den Besuch der Selbsthilfegruppe planmäßig beendet.

Adressen von Selbsthilfegruppen, Beratungsstellen und Fachkliniken in Nordrhein-Westfalen und darüber hinaus sowie Informationen zu kostenfreier und anonymer Beratung am Telefon sind auf der Webseite www.gluecksspielsucht-nrw.de zu finden.

Maßnahmen zur Prävention

Laut aktueller Forschungsergebnisse zur Glücksspielnutzung ist das elterliche Vorbild von erheblicher Bedeutung für das Glücksspielverhalten von Kindern und Jugendlichen: Die Kinder glücksspielaffiner Eltern nehmen häufiger an Glücksspielen teil als die Kinder von Eltern, die Glücksspiele eher missbilligen. Jugendliche, die Glücksspielprobleme aufweisen, haben häufig Eltern, die selbst ein problematisches Glücksspielverhalten zeigen. Insbesondere das väterliche Glücksspielverhalten erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass die Kinder Geld in riskanter Weise für Glücksspiele einsetzen (vgl. Hayer 2012).


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