Landes­fachstelle Präventionder Sucht­kooperation NRW

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Suchtpotenzial von Glücksspielen

Suchtpotenzial

  • Sehr hohe Verfügbarkeit durch hohe Verbreitungsdichte (Spielhallen und Gastronomie),
  • Variabilität der Einsatz- und Gewinnmöglichkeiten erhöht die Spannung und den Reiz,
  • hohe Ereignisfrequenz durch schnellen Ablauf einzelner Spielrunden lässt die Verluste vergessen,
  • mögliche Gewinnhöhe attraktiv,
  • programmierte, häufige Beinahe-Gewinne vermitteln das Gefühl, kurz vor dem Gewinn zu stehen,
  • scheinbar aktive Einbindung der spielenden Person durch die eigentlich wirkungslose Stopp-Taste (Kontrollillusion),
  • ablenkende Farb-, Ton- und Lichteffekte der Automaten.

Suchtpotenzial von Glücksspielen im Internet

Anonymität

  • Die spielende Person bleibt anonym und muss sich nicht an gesellschaftlichen Konventionen orientieren (Kleidervorschriften etc.).
  • Soziale Kontrolle fehlt.
  • Jede Person – voll- oder minderjährig, nüchtern oder unter dem Einfluss von Drogen – hat "Zutritt" zu Online-Glücksspielen.

Leichter Zugang
Online-Glücksspiele (Casinos, Wett- und Poker-Sites etc.) sind zu jeder Tageszeit, d.h. 24 Std. an sieben Tagen die Woche und vielfach ohne wirkliche Zugangsbarriere verfügbar. Der bargeldlose Zahlungsverkehr ermöglicht Jugendlichen, sich z.B. mit der Kreditkarte erwachsener Familienmitglieder als volljährig auszugeben.
Zahlungsmethoden wie Paysafe-Karten, die u.a. in Tankstellen und Lottoannahmestellen angeboten werden, erleichtern das Umgehen des Jugendschutzes. Zudem werden durch die bargeldlosen Zahlungsmöglichkeiten Verluste weniger sichtbar.

Unendlich großes Angebot und hohe Ereignisdichte
Das Internet bietet eine unendliche Fülle an Glückspielangeboten. So kann man z.B. Live-Wetten auf Hockeyspiele pakistanischer Vereine ebenso wie auf Spiele von Fußball-Jugendmannschaften in unteren Ligen platzieren. Zudem kann man z.B. an mehreren Pokertischen gleichzeitig spielen. Hierdurch kann die spielende Person nach anfänglichen Wettgewinnen und Pokererfolgen schnell den Überblick über Verluste verlieren. Es besteht die Gefahr, langsam aber sicher risikoreicher zu spielen. Diese Spielweise führt auf Dauer bei den meisten Glückspielenden zu Verlusten.

Soziale Akzeptanz und Anerkennung
Die breite Verfügbarkeit von Glücksspielen auch im Internet trägt zu einem Mentalitätswandel in Bezug auf die Akzeptanz von Glücksspielen bei. Sie werden als alltägliche Freizeitbeschäftigung und alltägliches Konsumgut wahrgenommen, der demeritorische Charakter wird in den Hintergrund gedrängt, was dazu führt, dass die von Glücksspielen ausgehenden Gefahren unterschätzt werden.

Psychosoziale Folgen der Glücksspielsucht

Im Verlauf der Entwicklung eines problematischen und pathologischen Glücksspielerverhaltens wird die Geldbeschaffung zum zunehmenden Problem. Viele Glücksspielsüchtige begehen Beschaffungsdelikte: Diebstahl, Betrug und Hehlerei sind im Verlauf einer Glücksspielsucht nicht ungewöhnlich. Es drohen der Verlust von Arbeitsplatz und Wohnung. Am Ende wachsen den Betroffenen häufig die Schulden über den Kopf. Familie und soziales Umfeld sind vielfach zerbrochen. Und wenn das Geld zum Glücksspielen kriminell beschafft wird, droht sogar Gefängnis.

Eine Studie des Salzburger Universitätsklinikums belegt, dass Spielsüchtige zur Hochrisikogruppe der suizidgefährdeten Personen zählen (http://www.falter.at/falter/2014/01/14/erst-das-geld-und-dann-das-leben/).


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