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Neue Broschüre "Suchtprävention bei exzessiver Mediennutzung"

01.07.2020AK

Die neue Broschüre "Suchtprävention bei exzessiver Mediennutzung" gibt einen Überblick über das Phänomen "exzessive Mediennutzung" bzw. "internetbezogene Störungen". Zahlreiche Studien und Zeitungsberichte warnen vor "Internetsucht", "Handysucht" und einer durch Medien gefährdeten Jugend. Exzessive Mediennutzung führe dazu, dass Kinder nicht mehr im Freien spielten, ihre Sprach- und geistige Entwicklung Schaden nähme. Zu viele Videospiele, sich nur noch in sozialen Netzwerken bewegen und in immer jüngerem Alter Online-Pornos konsumieren – das führe zu Gefährdungen der Persönlichkeitsentwicklung, Cybermobbing, sexuellem Missbrauch und Sucht. Diese komplexen Phänomene einer sich rasant wandelnden digitalisierten Gesellschaft benötigen einen differenzierten Blick auf die verschiedenen Begrifflichkeiten und ihre Auswirkungen auf das Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen.

 

Die Broschüre skizziert die angrenzenden Bereiche wie Mediennutzung bzw. -kompetenz, Online-Glücksspiel, gesetzlichen und erzieherischen Jugendmedienschutz, die Beratung und Therapie. Bei den Zuständigkeiten der Fachkräfte gibt es Überschneidungen, aber auch Abgrenzungen. Für die Fachkräfte im Bereich Suchtprävention und Suchthilfe gehört das Thema "exzessive Mediennutzung" schon seit vielen Jahren zum Aufgabenbereich. Sie berichten aber immer wieder von Anfragen nach Präventionsveranstaltungen, die zusätzlich zu den suchtauslösenden Aspekten der Mediennutzung auch angrenzende Themengebiete wie Online-Glücksspiel, Cybermobbing, Sexting bzw. Online-Pornografie, Datenschutz oder Medienkompetenz ansprechen. Die Prävention von internetbezogenen Störungen ist jedoch von den anderen oben genannten Bereichen abzugrenzen, für die spezialisierte Fachkräfte zur Verfügung stehen.

Mit den Ausführungen wollen die Autor*innen Schnittmengen bzw. Abgrenzungen der verschiedenen Fachdisziplinen verdeutlichen sowie ihre Zuständigkeiten und mögliche örtliche – kommunale oder kreisweite – Kooperationsstrukturen aufzeigen.

Ein einheitlicher und allgemein anerkannter Begriff für auf digitale Spiele und Internetanwendungen bezogene Störungen existiert nicht. In Anlehnung an das „Memorandum Internetbezogene Störungen der Deutschen Gesellschaft für Suchtforschung und Suchttherapie (DG-Sucht)“ wird in dieser Broschüre die übergeordnete Bezeichnung „Internetbezogene Störungen“ gewählt. „Dieser Begriff umfasst eine ausgeprägte Störung mit klinischer Bedeutung im Sinne einer Internetabhängigkeit. Eingeschlossen sind für alle Bereiche Online-Anwendungen, die über verschiedenste Endgeräte einschließlich Smartphones genutzt sowie auch Computerspiele, die offline gespielt werden.“
(Quelle: Memorandum Internetbezogene Störungen der Deutschen Gesellschaft für Suchtforschung und Suchttherapie (DG-Sucht)

Die Broschüre richtet sich an Fachkräfte aus den Bereichen Kinder- und Jugendhilfe, Suchtprävention, Beratung und Therapie. Bis zu drei Exemplare der Broschüre können kostenfrei bestellt werden (zzgl. 3,00 € Versandkosten) oder sie kann kostenfrei heruntergeladen werden:

https://www.ginko-stiftung.de/material.aspx?s=Mediennutzung


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