Prof. Dr. Klaus Hurrelmann hielt den Einführungsvortrag über "Erziehungspartnerschaft in der Kita".
Prof. Dr. Klaus Hurrelmann hielt den Einführungsvortrag über "Erziehungspartnerschaft in der Kita".

Fachtagung "Das Kita-MOVE Konzept" - Prävention im Kita-Alltag.

Bookmark and Share15.05.2017 von RN

Am 10. und 11. Mai fand in Düsseldorf die Fachtagung „Das Kita-MOVE Konzept. Prävention im Kita-Alltag.“ statt. Eingeladen waren pädagogische Fachkräfte aus den Bereichen Kindertagesstätten und Frühe Hilfen, potenzielle Netzwerkpartner/innen aus den Bundesländern, Multiplikator/innen und an der Ausbildung als Trainer/in Interessierte. Auf der Fachtagung stellte die ginko Stiftung für Prävention das Konzept von „Kita-MOVE“ und dessen bundesweite Verbreitung vor.


Kita-MOVE - Eltern frühzeitig erreichen„Frau Müller kommt seit ein paar Tagen immer zu spät, um ihre Tochter Nathalie in die Kita zu bringen. Sie wirkt gehetzt und auch das Mädchen macht einen gestressten Eindruck. Außerdem verpasst es dadurch den Morgenkreis und der Ablauf in der Kita ist gestört.“

Das ist ein typisches Beispiel aus dem Alltag in Kindertagesstätten. Wie geht die Erzieherin damit um? Macht sie der Mutter Vorwürfe wegen des Zuspätkommens und ermahnt sie, doch in Zukunft ihr Kind bitte pünktlich abzugeben? Oder bemerkt sie, dass die Mutter im Stress ist und Vorwürfe die Situation nur noch verschlimmern würden?

Hier setzt die Motivierende Gesprächsführung an, die von einer wertschätzenden Haltung geprägt ist. Sie bildet eine Grundlage des Schulungsprogramms „Kita-MOVE“, das pädagogische Fachkräfte ermutigen und befähigen will, auch mit schwierigen Eltern ins Gespräch zu kommen und die Erziehungs- und Bildungspartnerschaft zu stärken. Das Transtheoretische Modell der Veränderung (TTM) als weitere Grundlage von Kita-MOVE zieht sich wie ein roter Faden durch die Fortbildung, denn je nach Stand der Veränderungsmotivation sind unterschiedliche Interventionen angemessen.

Dr. Hans-Jürgen Hallmann eröffnet die Fachtagung "Das Kita-MOVE Konzept" am 10. und 11. Mai 2017 in DüsseldorfNach der Eröffnung der Fachtagung durch Dr. Hans-Jürgen Hallmann, Leitung der ginko Stiftung für Prävention, hielt Prof. Dr. Klaus Hurrelmann den Eröffnungsvortrag zum Thema „Erziehungspartnerschaft in der Kita. Warum Erziehung und Bildung von Kindern nur durch die enge Kooperation von Erziehern und Eltern möglich ist“. Dabei beleuchtete er die große Verantwortung von Eltern für die Förderung ihrer Kinder.

Dr. Georg Kremer über die Grundlagen der "Motivierenden Gesprächsführung"Im zweiten Fachvortrag erläuterte Dr. Georg Kremer, der bereits an der Entwicklung des Kita-MOVE-Konzepts beteiligt war, die Grundlagen der Motivierenden Gesprächsführung und lud die Teilnehmer/innen ein, sich mit der entsprechende Haltung und Methoden auseinanderzusetzen.

Angelika Fiedler über die Entwicklung von Kita-MOVE und die bundesweite VerbreitungIm Anschluss folgten Kurzvorträge. Angelika Fiedler, Leitung Kita-MOVE, erörterte das Kita-MOVE-Konzept.

Norbert Kathagen stellte das neue Internetportal www.kita-move.de vorNorbert Kathagen, ginko Stiftung für Prävention, präsentierte das neue Internetportal www.kita-move.de mit den verschiedenen Funktionen.

Einblicke in die Erfahrungen mit Kita-MOVE in der Arbeit – „aus der Praxis – für die Praxis“ gaben Andrea Latusek, Susanne Auschner und Julia Baumeister aus der Stadt Wetter.Aus der Praxis - für die Praxis. Erfahrungsbericht von Trainerinnen aus Wetter.

Der zweite Tag stand ganz im Zeichen von praktischen Übungen, um den Teilnehmer/innen einen Einblick in die Bausteine der Fortbildung zu vermitteln. Frauke Sonnenberg, Kita-MOVE-Koordinatorin und selber Trainerin, ging in ihrem Workshop auf das Transtheoretische Modell der Verhaltensänderung (TTM) ein. In Workshop 2 stellte Norbert Kathagen den Baustein „Umgang mit Ambivalenzen“ vor. Im dritten Workshop „Grundlagen der motivierenden Gesprächsführung“ stellte Angelika Fiedler in kurzen Rollenspielen das „reflektierende Zuhören“ als Technik und Haltung vor.

Frauke Sonnenberg in ihrem Workshop zum Transtheoretischen Modell der Veränderung

Im anschließenden und letzten Teil der Fachtagung hatten die Teilnehmer/innen beim World Café die Gelegenheit, offene Fragen zu stellen und sich in Kleingruppen zum Curriculum, zu praktischen und strukturellen Aspekten zu informieren.

„Zuerst war ich skeptisch, doch nach der Fachtagung möchte ich unbedingt, dass Kita-MOVE auch in meinem Bundesland angeboten wird“, resümierte eine Teilnehmerin aus Schleswig-Holstein. Ein anderer Teilnehmer betonte, dass das Thema Gesprächsführung oft nur von Floskeln geprägt sei, aber dass die theoretischen Hintergründe bei Kita-MOVE mit Haltung und Leben gefüllt worden seien.

Mit einem gemeinsamen Mittagessen klang die Fachtagung aus.

Weitere Informationen zur Fachtagung und Download der Präsentationen:
www.kita-move.de/KitaMOVE/Fachtagung-2017

Fotos: Frank Sonnenberg

 



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