Fachtag "Gelingendes Leben in der Mediengesellschaft" in Wuppertal

Bookmark and Share13.03.2017 von RN

„Gelingendes Leben in der Mediengesellschaft – alles eine Frage der Balance?!“ – Um diese Frage drehte sich der ausgebuchte gleichnamige Fachtag im Katholischen Stadthaus in Wuppertal.

Den Einführungsvortrag hielt Torben Kohring, Leiter der Fachstelle für Jugendmedienkultur NRW. Seine Kernthese: Kinder und Jugendliche sind dem Internet mit all seinen Möglichkeiten und Risiken nicht schutzlos ausgeliefert – vielmehr sind sie aktive Nutzer/innen und benötigten Unterstützung und Begleitung, um eine entsprechende Medienkompetenz zu entwickeln. Dabei sollten klare Regeln und alternative Angebote statt Verbote zum Tragen kommen.


Daniel Heinz (Spieleratgeber NRW) und Martina Sussenburger (Fachstelle für Jugendmedienkultur NRW) präsentierten im Anschluss aktuelle Gaming Trends – von neuen Spielkonsolen über Programmierhilfen bis zu den sozialen Netzwerken wie Instagram und Snapchat, die bei Jugendlichen äußerst beliebt sind. Dabei gingen sie auch auf die Faszination ein, die Spielkonsolen und die Kommunikation in sozialen Netzwerken auf viele Menschen ausüben samt der Verschmelzung von realer und virtueller Welt. So konnten Fachkräfte selber ausprobieren und überlegen, wie sich manches davon in der Arbeit mit Jugendlichen einsetzen kann: z.B. Kurzfilme drehen, Snapchat-Stories erstellen oder Spiele programmieren.

Im anschließenden Vortrag beleuchtete Prof. Dr. Matthias Brand, Universität Duisburg Essen, die „Internetsucht“ aus psychologischer Perspektive. Er erläuterte den Begriff „Internetsucht“ in Abgrenzung zu „exzessivem“ oder „pathologischem“ Internetgebrauch. Eine Diagnose nach DSM V liegt bisher nicht vor, wohl aber eine Forschungsdiagnose zur „Internet gaming disorder“, bei der es vorranging um Online-Spiel geht.

„Internetsucht“ versteht Brand als Oberbegriff für verschiedene Störungen wie

  • Online-Gaming (Online-Spiele)
  • Online-Gambling (Glücksspiel)
  • Online-Sex
  • Online-Shopping
  • Online-Kommunikation

Nach dem theoretischen Input bot der Fachtag vertiefende Workshops an, von denen einer durch die ginko Stiftung für Prävention gestaltet wurde: Deike Kranz, Jesco Thielhorn und Ruth Ndouop-Kalajian zeigten anhand von Programmen wie „Actionbound“ und „WhatsOn“, wie man Apps als ergänzende Methoden in die Präventionsarbeit einbinden kann. Sie schickten die Teilnehmenden mit Actionbound auf eine digitale Schnitzeljagd, bei der sie sich inhaltlich mit dem Thema Mediennutzung und Suchtgefahr beschäftigten. Mit „WhatsOn“ testeten die Teilnehmenden die Quiz-App der ginko Stiftung für Prävention und kamen so ebenfalls über harmlosen und riskanten Medienkonsum ins Gespräch.

Actionbound - eine ergänzende Methode in der BildungsarbeitActionbound - eine ergänzende Methode in der Bildungsarbeit

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