Landes­koordinierungs­stellefür Sucht­vorbeugungin NRW

Kontrast

Risikofaktoren

Strenggenommen darf das Risikofaktorenkonzept nicht unter der Überschrift "Ursachen des Drogenkonsums" subsumiert werden, da es sich bei Risikofaktoren zunächst nur um einen korrelativen Zusammenhang zweier Erscheinungen handelt. Ob der Zusammenhang Risikofaktor - Verhalten ein kausaler ist und wenn ja, wie stark er ist, lässt sich aus der Mehrzahl der Studien gar nicht oder zumindest nicht eindeutig beantworten, da es sich in der Regel um Querschnitts-Untersuchungen handelt, die nur den Status zu einem bestimmten Zeitpunkt erfassen. Validere Aussagen über Kausalzusammenhänge oder Entwicklungsprozesse erfordern sehr viel mehr Forschung. Dazu sind vor allem Längsschnittstudien notwendig, die bisher erst in relativ geringem Umfang durchgeführt wurden. Letztendlich wird mit den Risikofaktoren-Konzepten der Tatsache Rechnung getragen, dass eine eindeutige Erklärung für das Zustandekommen einer Krankheit durch einen einzelnen Faktor nicht möglich ist (Hurrelmann, 1991).

Biologische Risikofaktoren

In den letzten Jahren hat besonders in den USA die Forschung zum Bereich der biologischen Suchtdeterminanten große Fortschritte gemacht (DuPont, 1989). Festgestellt wurde dabei folgendes:

Es gibt empirische Hinweise (u.a. Zerbin-Rüdin, 1986; Propping, 1983), dass zumindest für einige Suchtformen Erbfaktoren eine Rolle spielen und daher bestimmte Personen eine höhere Vulnerabilität besitzen, was aber zumindest derzeit nicht die Schlussfolgerung zulässt, dass es auch "suchtimmune" Personen geben könnte.

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Psychische Risikofaktoren

Nachdem sich die Suche nach der Suchtpersönlichkeit als wenig ergiebig herausgestellt hatte, konzentrierte sich die Suche im Rahmen des Risikofaktorenkonzepts mehr auf einzelne Persönlichkeitsaspekte bzw. Merkmalskombinationen, die möglicherweise im Zusammenhang mit dem Drogenmissbrauch stehen könnten. Die Studien wurden über klassische Ansätze hinaus ausgeweitet auf die mangelnde Bewältigung von Lebenssituationen, z.B. eine unzureichende Stressbewältigung.

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Familiäre Risikofaktoren

Risikofaktoren im Bereich der Familie lassen sich folgendermaßen kategorisieren: Familiengeschichte Kinder von Eltern (vor allem Vätern), die selbst exzessiv Alkohol konsumiert haben, sind einem erhöhten Risiko ausgesetzt, selbst verstärkt Alkohol zu trinken. Welchen Anteil jeweils Vererbung und Lernerfahrung am Zustandekommen des Alkoholmissbrauchs haben, ist noch nicht geklärt. Es zeichnet sich allerdings aus der Zwillings-Forschung ab, dass genetische Faktoren einen größeren Einfluss haben als bisher angenommen wurde, vor allem bei Männern (vgl. 3.1). Jugendliche mit Eltern oder Geschwistern, die antisoziales Verhalten zeigen, unterliegen ebenfalls einem erhöhten Risiko, Drogen zu nehmen (Robins, 1966).

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Peer-Group als Risikofaktor

Aus wissenschaftlicher Sicht besteht die einhellige Meinung, dass einer der stärksten Prädiktoren für das Auftreten von Drogenkonsum bei Jugendlichen das Drogenkonsumverhalten der Jugendlichen in deren unmittelbaren Umgebung ist (DuPont, 1989; Lopez & Fuchs, 1990; Jessor et al., 1980; Kandel et al., 1978)

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Soziale Strukturen als Risikofaktor

Bei dieser Forschungsrichtung wurden Aspekte wie Schichtzugehörigkeit und Kulturzugehörigkeit untersucht. Welche Einflüsse soziale Herkunft und Lebensstil auf das Gesundheitsverhalten haben, stand hierbei im Mittelpunkt.

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