Landes­fachstelle Präventionder Sucht­kooperation NRW

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AG "Social Media"

15.05.2022RN

Auch in der Suchtprävention ist die Nutzung von Social Media als Teil der Öffentlichkeitsarbeit angekommen. Mit viel Kreativität und Engagement haben sich Fachkräfte das nötige Know-How angeeignet, das nicht unbedingt zu den klassischen Arbeitsbereichen der sozialen Arbeit zählt.

Die Beteiligten der AG "Social Media" treffen sich, um sich gegenseitig zu schulen, sich auszutauschen und gemeinsame Projekte bzw. Kampagnen zu planen.

Seit wann gibt es die AG "Social Media"?

Die AG Social Media gründete sich im Herbst 2020. Da hatten wir ein halbes Jahr Corona hinter uns und digitale Wege der Kontaktaufnahme und -aufrechterhaltung sowie Öffentlichkeitsarbeit waren gefragt. Viele von uns hatten das Bedürfnis, sich auszutauschen und voneinander zu lernen – das wird unter den Präventionsfachkräften sowieso großgeschrieben. Also bot es sich an, eine eigene Gruppe zu gründen. Wir treffen uns vierteljährlich online.

Was sind die Schwerpunkte in der AG?

Die AG "Social Media" tauscht sich über Trends auf Social Media bei Jugendlichen aus, diskutiert, wie die Suchtprävention über Facebook, Instagram und Co. auftritt und welche Inhalte für die Follower interessant sind. Frei nach dem Motto: "Der Köder muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler". Die Teilnehmenden lernen von- und miteinander.

Seit den letzten fünf bis zehn Jahren nutzen etliche Fachstellen bzw. Präventionsfachkräfte ihre Präsenz in sozialen Netzwerken für Öffentlichkeitsarbeit – doch durch Corona hat diese Entwicklung noch deutlich Fahrt aufgenommen und einen Professionalisierungsschub erhalten. War es in den ersten Jahren noch ein Experimentieren und Ausprobieren, ist Social Media nun ein wichtiger Bestandteil der Arbeit geworden. Vor allem Instagram hat viel mehr Zulauf bekommen. Dort sind auch Multiplikator:innen aus Jugend- und Sozialarbeit unterwegs, die nicht (mehr) auf Facebook vertreten sind. Hier macht sich der Generationenwechsel unter den Präventionsfachkräften deutlich bemerkbar. Auch die Jugendlichen sind Zielgruppe für Angebote auf Instagram.

Welche Bedeutung hat das Thema "Social Media" für die Prävention?

Soziale Netzwerke sind omnipräsent, sowohl bei vielen jungen Menschen als auch bei Multiplikator:innen und pädagogischen Fachkräften. Sie sind Teil der Öffentlichkeitsarbeit, können aber auch als eine Art "digitale Fachzeitschrift" – dieser Begriff stammt vom Kollegen Lars Riemeier aus Gütersloh – verstanden werden.

Die Kunst ist, das Nischenthema "Suchtprävention" attraktiv darzustellen, durchaus auch mit einem unterhaltenden Faktor und – gerade auf Instagram – mit aussagekräftigem und hochwertigem Bildmaterial.

Warum ist digitale Suchtprävention so wichtig?

Die Digitalität bietet der Suchtprävention enorme Vorteile. Hindernisse wie Kontaktbeschränkungen und fehlende Barrierefreiheiten in den Räumlichkeiten der Beratungsstellen können durch Online-Meetings umgangen werden. Eltern sind durch digitale Angebote teilweise leichter zu erreichen, weil sie nicht erst eine halbe Stunde zum Elternabend in die Schule fahren und eine Betreuung für ihre Kinder organisieren müssen.

Eine große Zielgruppe der Suchtprävention sind junge Menschen – sie kennen kein Leben ohne Internet, Smartphone oder Social Media. Digitalität ist ein fester Bestandteil ihrer Lebensrealität. Höchste Zeit, dass die Suchtprävention sich dem annähert.

Hinzu kommt, dass es einigen Menschen leichter fällt, über das Internet einen ersten Kontakt zur Suchthilfe zu knüpfen. Per E-Mail, per Chat oder im Rahmen einer digitalen Infoveranstaltung, bei der sie selbst entscheiden können, ihr Bild und Ton freizuschalten.

Welche weiteren Aufgaben stehen an, woran arbeitet Ihr zurzeit?

Bei einem Großteil der Beteiligten besteht der Wunsch, an einem gemeinsamen Projekt oder gemeinsamen Aktivitäten in sozialen Netzwerken – speziell Instagram – zu arbeiten. Daraus entstand die Idee – analog zum Kanal „Mein Leben als Sophie Scholl“ – etwas ähnliches und entsprechend unserer fachlichen, personellen und finanziellen Ressourcen für die Suchtprävention zu entwickeln. Hier kommt die Landesfachstelle Prävention mit ihrer koordinierenden Funktion ins Spiel und mit ihrem geplanten Kanal auf Instagram… mehr verraten wir an dieser Stelle noch nicht, nur so viel: hier ist einiges in Arbeit!

Wie gestaltet sich Eure Zusammenarbeit?

Die AG Social Media traf sich bisher ausschließlich online. Die Teilnehmenden der AG sind über ganz NRW verteilt, deswegen hat sich diese Art der Zusammenarbeit bewährt und wird wahrscheinlich auch so weitergeführt. Ein digitales Treffen ist für alle Beteiligten am effizientesten. Das schließt jedoch nicht aus, sich persönlich zu treffen, wenn die Bedingungen es erlauben und der Wunsch der Teilnehmenden besteht.

Das sind die Beteiligten der AG:

Bettina Bayer, Caritasverband für den Kreis Coesfeld e. V.

Sandra Bohlscheid, Suchthilfe Diakonie An Sieg und Rhein

Christina Botscher, CROSSPOINT Die Düsseldorfer Suchtprävention

Karin Franke, ginko Stiftung für Prävention, Mülheim a. d. Ruhr

Anne Geerlings, Fachstelle für Suchtvorbeugung der Beratungsstelle Kontakt-Rat-Hilfe e.V. Viersen

Norbert Kathagen, ginko Stiftung für Prävention, Mülheim a. d. Ruhr

Deike Kranz, ginko Stiftung für Prävention, Mülheim a. d. Ruhr

Andrea Latusek, VIA AWO-Beratungszentrum Wetter (Ruhr)

Petra Nachbar, Caritasverband für den Kreis Coesfeld e. V.

Ruth Ndouop-Kalajian, ginko Stiftung für Prävention, Mülheim a. d. Ruhr

Lars Riemeier, Caritasverband für den Kreis Gütersloh e. V.

David Szymura, Fachstelle für Suchtvorbeugung Hamm

Lea Würzinger, ginko Stiftung für Prävention, Mülheim a. d. Ruhr


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