Landes­fachstelle Präventionder Sucht­kooperation NRW

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AG "Stark bleiben"

15.05.2022JB

Die Arbeitsgruppe "Stark bleiben" beschäftigt sich intensiv mit den Themen Suchtprävention für die Altersgruppe 60+ und Kooperation mit den Akteur:innen aus Verbänden und Fachkräften auf Landes- wie auch auf örtlicher Ebene. Julia Beus, ginko Stiftung für Prävention und verantwortlich für das Kampagnenmodul "Stark bleiben", berichtet über die Aktivitäten der AG.

Seit wann gibt es die AG "Stark bleiben"?

Die Arbeitsgruppe gibt es seit Ende 2018 und hat sich zunächst mit dem Ziel zusammengesetzt, bisher gesammelte Erfahrungen mit dem Thema "Suchtprävention im Alter" vorzustellen und sich auszutauschen. Bereits hier wurde sehr schnell deutlich: Das ist ein Thema mit Zukunft!

Was sind die Schwerpunkte der Arbeit in der AG?

Wir verstehen uns als ein Zusammenschluss von Präventionsfachkräften plus Landeskampagne, die sich der für die suchtpräventive Arbeit relativ neuen Zielgruppe 60+ in ihrer Arbeitspraxis annehmen wollen und dementsprechend viel Wert auf den Austausch legen. Diesen Erfahrungsschatz, den wir während der Eruierung der neuen Zielgruppe und Handlungsfelder der Seniorenarbeit sammelten, wollten wir nicht verpuffen lassen. Deshalb ist ein Schwerpunkt unserer Treffen, Materialien und Angebote zu erstellen, die die Arbeit der Fachstellen vor Ort unterstützen.

Welche Bedeutung hat das Thema "Sucht im Alter" für die Prävention, aber auch gesellschaftlich?

Generell stellt es sich als schwierig heraus, an die Zielgruppe 60+ heranzukommen, da sie wenig in "Systeme" eingebunden ist. Deshalb ist es umso wichtiger, lokale Beratungs- und Unterstützungsangebote für ältere Menschen zu erweitern und zu vernetzen. Suchtprävention, -hilfe und -therapie sowie Altenhilfe müssen sich verstärkt auf suchtspezifische Folgen des demografischen Wandels einstellen. Übergeordnetes Ziel sollte es sein, eine langfristige Verbindung zwischen Suchtprävention und Altenhilfe aufzubauen und damit die Vernetzung und das Miteinander zu entwickeln. So spielt das Selbstverständnis der Suchtprävention bzw. der Präventionsfachkräfte sowie der Kommune und des Trägers eine bedeutsame Rolle in der weiteren Entwicklung der Suchtprävention im Alter. Gesellschaftlich sollte es allgemeines Ziel werden, das Thema "Sucht im Alter" raus aus der Tabuzone zu holen.

Warum ist Suchtprävention auch für ältere Menschen so wichtig?

Sucht kennt keine Altersgrenze und somit sollte auch die Suchtprävention jeden Bereich und jede Altersgruppe bespielen. Lebenslange Gesundheitsförderung ist wichtig und auch richtig. Ein bewusster Umgang mit Suchtmitteln lohnt sich immer – egal in welcher Lebensphase. Im Alter können dadurch gesundheitliche Risiken begrenzt werden und die Unfallgefährdung und Aufwendungen für Pflege sind geringer. Die Chancen und Vorteile eines weitgehend suchtmittelfreien Lebens sollten deutlicher hervorgehoben werden und die Gesamtbevölkerung zum Thema "Sucht im Alter" verstärkt sensibilisiert werden. Ältere Menschen profitieren von Angeboten der Suchthilfe (wenn vorhanden) mindestens so wie Jüngere.

Welche weiteren Aufgaben stehen an, woran arbeitet Ihr zurzeit?

Nach der Veröffentlichung des Handlungsleitfadens "Suchtvorbeugung im Alter – für Multiplikatoren aus der Seniorenarbeit und Fachkräfte für Suchtvorbeugung" mit ergänzendem Materialienheft im Mai 2021 wollen wir uns nun intensiv Zielgruppenangeboten widmen und sie durchführen. Stichpunkt: Online-Präsentationen, Schreibwettbewerb, etc. Darüber hinaus führen wir eine potenzielle "Referent:innen-Liste", die für den Bereich "Suchterkrankungen im höheren Alter" ggf. im nächsten Jahr für einen Vortrag oder gar Fachtag interessant sein könnte. Außerdem arbeiten wir parallel an einem Positionspapier zur Suchtprävention 60+, um die Bedeutsamkeit der Thematik für Fachstellenkonzepte aufzuschlüsseln und um damit unseren Kolleg:innen in der Suchtprävention in NRW eine Argumentationsgrundlage zu bieten.

Wie gestaltet sich Eure Zusammenarbeit?

Als unsere AG nach der Findungsphase gerade richtig Fahrt aufgenommen hatte, konnten wir uns coronabedingt nicht mehr treffen. Videokonferenzen boten uns aber eine gute Lösung und so konnten wir uns trotzdem regelmäßig sehen und gemeinsam arbeiten. In der Regel treffen wir uns mindestens jeden zweiten Monat. In Zukunft wollen wir uns weiterhin online treffen – das spart Zeit und Reiseaufwand. Denn bei neun aktiven Mitgliedern ist es nicht immer einfach, einen passenden Ort und Zeitpunkt zu finden. Bei der Arbeit selbst teilen wir die Aufgaben meist untereinander auf und feilen dann noch einmal gemeinsam über PrevNet, dem Fachportal für Suchtprävention an den Ergebnissen. So entsteht eine bunte Mischung an tollen Ideen und vielfältigen Handlungsideen, die wir in unserer AG auf die Beine stellen können.

Das sind die aktuell Beteiligten der AG:

Bettina Bayer, Caritasverband für den Kreis Coesfeld e. V.

Julia Beus, Landesfachstelle Prävention der Suchtkooperation NRW

Jennifer Dellnitz, Suchtkrankenhilfe des Caritasverbandes Kleve e.V.

Gabi Loslever, Drogenberatung Düren

Irmgard Hannoschöck, Diakonie im Kirchenkreis Lennep

Norbert Kathagen, ginko Stiftung für Prävention, Mülheim a. d. Ruhr

Sören Klehm, Gesundheitsamt Oberbergischer Kreis

Petra Nachbar, Caritasverband für den Kreis Coesfeld e. V.

Malina Zelezny, Stadt Oberhausen Kompetenzzentrum Suchtberatung

Veröffentlichungen

Landesfachstelle Prävention (2021): Handlungsleitfaden Suchtvorbeugung im Alter – für Multiplikatoren in der Seniorenarbeit und Fachkräfte für Suchtvorbeugung

Links

https://www.starkbleiben.nrw.de/Handlungsleitfaden


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