Landes­fachstelle Präventionder Sucht­kooperation NRW

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Gesund aufwachsen – Suchtprävention im Elementarbereich

03.11.2021RN

Der Bereich "Gesund aufwachsen" ist ein neuer Baustein der Landeskampagne "Sucht hat immer eine Geschichte". Die gleichnamige neu erschienene Broschüre bietet einen Überblick über die Angebote der Suchtprävention im Elementarbereich, die sich in Nordrhein-Westfalen auf drei Grundpfeiler stützt: die Ansprache von Eltern, die Förderung der Kinder sowie die Zielgruppe Kinder aus suchtbelasteten Lebensgemeinschaften als Querschnittsthema. Darüber hinaus gibt es verschiedene eigene Angebote der örtlichen Präventionsfachkräfte.

Suchtprävention im Elementarbereich bedeutet, die Lebenskompetenzen von Kindern zu stärken, und zwar gerade schon in einem jungen Alter. Die Entwicklung persönlicher Kompetenzen wie Konflikt-, Beziehungs- und Belastungsfähigkeit, Kreativität und Durchhaltevermögen bietet die Grundlage für ein suchtfreies Leben.

Kindertageseinrichtungen bieten Kindern ein breites Lernfeld für ihre sozialen und emotionalen Kompetenzen: Kommunikation im verbalen und nonverbalen Bereich, Umgang mit eigenen Gefühlen und den Gefühlen ihres Gegenübers. Persönlichkeitsstörungen wurzeln vielfach in frühkindlichen Störungen – deshalb ist es wichtig, pädagogische Fachkräfte im Elementarbereich zu sensibilisieren und in das Netzwerk der Suchtprävention einzubeziehen. Studien zeigen, dass gerade Kinder, die unter Vernachlässigung, sexuellem Missbrauch und Gewalt leiden bzw. in suchtbelasteten Lebensgemeinschaften aufwachsen, häufig später selbst zu Suchtmitteln greifen oder unter anderen psychischen Störungen leiden.

Förderung der Kinder

In Kindertagesstätten sind Erzieher/innen wichtige Multiplikator/innen, die die Kompetenzen der ihnen anvertrauten Kinder fördern können. Zu den elementaren Aufgaben der Suchtprävention gehört es, Erzieher/innen mit suchtpräventiven Strategien vertraut zu machen und sie zu befähigen, die Kinder zu stärken. Dies setzt weit vor einer offensichtlichen Gefährdung an. Suchtprävention im Elementarbereich beinhaltet eine frühzeitige Unterstützung der Persönlichkeitsentwicklung und gezielte Stärkung gesundheitsfördernder Verhaltensweisen von Kindern. Sie bildet einen wichtigen Bestandteil einer ganzheitlichen Gesundheitserziehung.

Hier kommen Programme wie z.B. "Gute FREUNDE – starke Kinder" oder "Papilio" zum Einsatz. Das Konzept "Spielzeugfreier Kindergarten" setzt ebenfalls wichtige Impulse.

Ansprache von Eltern

Da ein wesentlicher Teil der Suchtprävention über Erziehung vermittelt wird, sind Eltern eine bedeutsame Zielgruppe – die über die fortgebildeten Erzieher/innen erreicht werden. Frühzeitig können sie Eltern bzw. Erziehungsberechtigte im Sinne einer Erziehungs- und Bildungspartnerschaft auch bei schwierigen Themen ansprechen wie beispielsweise Grenzen setzen, Konfliktlösung, Förderung der Selbstständigkeit, adäquater Umgang mit Frustrationen. Auch das Sprechen über Erziehungsverhalten, Gesundheit und Suchtmittelkonsum kann zu Verhaltensänderungen bei Eltern motivieren. Die dreitägige Fortbildung in Gesprächsführung "Kita-MOVE – motivierende Kurzintervention mit Eltern" qualifiziert pädagogische Fachkräfte, auch bei herausfordernden Themen mit Eltern ins Gespräch zu kommen.

Ein weiteres Thema sind Angebote der Initiative "Leben ohne Qualm", denn fast jedes zweite Kind "raucht Zuhause mit" und ist dadurch erhöhten gesundheitlichen Belastungen und Risiken ausgesetzt.

Kinder aus suchtbelasteten Lebensgemeinschaften

Kinder aus suchtbelasteten Familien sind eine besonders vulnerable Zielgruppe der Suchtprävention. Laut Statistiken ist ihr Risiko hoch, selber später suchtkrank zu werden (30 %) oder eine andere psychische Störung zu entwickeln (30 %). Etwa 30 % schaffen es, gesund zu bleiben. Es ist wichtig, pädagogische Fachkräfte für diese Zielgruppe zu sensibilisieren und Handlungsmöglichkeiten zu eröffnen. In NRW stehen dafür die "Fitkidstasche" zur Verfügung sowie Förderungsmöglichkeiten aus dem Landesprogramm "KIPS Prävention NRW: Kinder psychisch kranker und suchtkranker Eltern stärken".

Weitere Informationen

https://www.suchtgeschichte.nrw.de/Gesund-aufwachsen/

Bestellung der Broschüre

https://www.suchtgeschichte.nrw.de/Kampagne/Publikationen

Download der Broschüre

Broschüre (PDF, 800 KB)

 


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