Landes­koordinierungs­stellefür Sucht­vorbeugungin NRW

Kontrast
Arbeit mit dem "Tower of Power" beim "mediapack-Parcurs"- Arbeit mit dem "Tower of Power" beim "mediapack-Parcurs" -

Arbeitstagung der Prophylaxefachkräfte in Kleve

19.12.2018RN

Vom 12. bis 14. Dezember fand die traditionelle Arbeitstagung der NRW-Prophylaxefachkräfte in Kleve statt. Für viele Fachkräfte in der Suchtprävention gehört dieser Termin fest ins Jahresprogramm. Im Rahmen kollegialer Fortbildung stehen Programme und Methoden sowohl zur Förderung der Lebenskompetenzen als auch zur suchtmittelspezifischen Prävention im Mittelpunkt. Intensiv diskutierten die Teilnehmer/innen dabei auch über neue Entwicklungen im Suchtbereich und die damit verbundenen Anforderungen in den einzelnen Arbeitsfeldern der Suchtprävention.

Im Workshop "SKOLL – Selbstkontrolltraining" stellte die Referentin die Trainerausbildung vor und führte exemplarisch einige Methoden durch. "SKOLL – Selbstkontrolltraining" ist ein alters- und suchtmittelunspezifisches Gruppenangebot für Suchtmittelkonsumierende. Im Mittelpunkt steht die Auseinandersetzung mit dem eigenen Konsum, riskanten Situationen und Entwicklung alternativer Verhaltensmöglichkeiten. Daran schloss sich eine Diskussion über die Übertragung auf den Bereich der Suchtprävention an.

Der Workshop "Cannabis und andere illegale Drogen an Schulen" zeigte auf, wie man vor Ort mit verschiedenen Akteuren sinnvoll kooperiert und wie Schulen vorgehen können, wenn z.B. Cannabiskonsum oder -handel an der Schule aufgedeckt werden. Ein Handlungsleitfaden und damit verbunden eine Multiplikator/innen-Schulung zeigen einen Rahmen auf, wie Erlasse und gesetzliche Vorgaben im Schulalltag anzuwenden sind.

Workshop "MOVE - quo vadis"Viel diskutiert wurde in dem Workshop "MOVE – quo vadis" über die weitere Professionalisierung der in NRW weit verbreiteten Fortbildung in "Motivierender Kurzintervention bei konsumierenden Jugendlichen". Die Qualifizierung der Trainer/innen, Materialien und die Präsentation im Internet standen ebenso zu Debatte.

Zwei Workshops widmeten sich dem Thema exzessiven Medienkonsums: ESCapade ist ein Konzept zur Beratung von Familien, in denen der übermäßige Medienkonsum – meist der Kinder und Jugendlichen – Streitpunkt ist. Ein präventives Angebot, das mit Peers arbeitet, ist der "mediapack-Parcours" mit fünf Stationen. Was bedeutet eigentlich unproblematischer, problematischer oder gefährlicher Medienkonsum? Das erarbeiteten die Teilnehmer/innen anhand von Fallbeispielen; auch pantomimisches Geschick, Einfühlungsvermögen, Schnelligkeit und Wissen waren an den Stationen gefragt. Am Ende folgte mit dem "Tower of Power" eine gemeinschaftliche Aktivität, bei der es darauf ankommt, sich gemeinsam abzustimmen und zu kooperieren.

Die Teilnehmer/innen lernten mit "KidKit pr(event)s" einen weiteren Parcours mit elf Stationen zu verschiedenen Suchtmitteln kennen. Zum Einsatz kommt hierbei auch die App Actionbound: die teilnehmenden Schüler/innen beantworten an jeder Station Fragen, die im Anschluss im Plenum gemeinsam besprochen werden.

Diskussion im Workshop - Kleve Arbeitstagung Prophylaxefachkräfte NRWIQES und BuG stehen für Programme der schulischen Gesundheitsförderung: "IQES online" ist die Web-Plattform für Qualitätsentwicklung und Selbstevaluation in Schulen. "BuG" steht für "Bildung und Gesundheit", ein Programm für die "gute und gesunde Schule" in Nordrhein-Westfalen. Darüber hinaus waren theoretische Grundlagen für die schulische Suchtprävention Schwerpunkt dieses Workshops. Oft stehen sie im Widerspruch zur Realität, in der Schulen immer mehr erzieherische und gesellschaftlich relevante Themen aufgreifen sollen, aber weder Zeit noch personelle Ressourcen zur Verfügung stehen. Suchtprävention wird dort häufig nicht als langfristige, nachhaltige und umfassende Aufgabe wahrgenommen, sondern eher als "Feuerlöscher", wenn ein Fall von Substanzmissbrauch an der Schule publik geworden ist. Auch hier schlossen sich Gespräche über die Aufgaben der Prophylaxefachkraft und die Möglichkeiten schulischer Suchtprävention an.

Entspannung, Umgang mit Stress, Selbstregulation und Achtsamkeit sind ebenfalls Aspekte der allgemeinen Prävention und haben ihre Berechtigung im suchtpräventiven Kontext. Zur Ruhe kommen und die Verfeinerung der eigenen Wahrnehmung hatten Raum im Workshop "Chillkoffer" – verbunden mit der Frage, einen entsprechenden Methodenkoffer für den suchtpräventiven Einsatz in Schule und Jugendarbeit zu entwickeln.

Einsatzmöglichkeit der "Shisha-Station" der Initiative "Leben ohne Qualm"Beim Workshop "Shisha – Lass Dich (nicht) verführen" stand die Arbeit mit der Shisha-Station der Initiative "Leben ohne Qualm" im Mittelpunkt. Über das schöne und sinnliche Ambiente mit Schüler/innen ins Gespräch zu kommen, aber auch Informationen über die Gefahren des Shisha-Rauchens zu vermitteln, war Thema dieses Workshops.

Nach drei Tagen intensiver Auseinandersetzung in kollegialer und vorweihnachtlicher Atmosphäre klang die Arbeitstagung mit einer gemeinsamen Auswertung aus.


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