Die Landesinitiative unterscheidet fünf Schritte oder Phasen, die für den erfolgreichen Weg zur rauchfreien Schule notwendig sind.





Schritt 1 nach oben

Orientieren: Bestandsaufnahme als Grundlage

Die Ergebnisse einer solchen Bestandsaufnahme zeigen, welche Schritte an Ihrer Schule bereits gemacht wurden. Sie können als Anregung dafür dienen, wie die weiteren Schritte zu gestalten sind und Grundlage für weitere Entscheidungen und Planungen sein. In den Materialien der Landesinitiative finden Sie einen Beispielfragebogen.

Um eine Grundlage für ein Schulkonzept zur Tabakprävention zu schaffen, empfiehlt die Landesinitiative, mit einer Bestandsaufnahme zu beginnen.

Die Bestandsaufnahme sollte Aufschluss geben über die aktuelle Situation zum Rauchen an der Schule (zum Stand der Umsetzung des Rauchverbotes und zur Bereitschaft der Schule, weitere Elemente zur Tabakprävention zu integrieren).

Eine Befragung der Schülerinnen und Schüler, der Lehrkräfte, Eltern und z.B. auch der Anwohner, kann Informationen über die aktuelle Situation an der Schule geben und dazu motivieren, sich mit dem Thema Tabakrauchen/ Rauchverbote weiter auseinander zu setzen.


Die Auswertung der Befragung gibt unter anderem Aufschluss darüber,

  • wie viele Personen an Ihrer Schule Raucherinnen und Raucher sind
  • wo an Ihrer Schule und/oder im schulischen Umfeld geraucht wird
  • welche Maßnahmen an Ihrer Schule bereits durchgeführt werden
  • wie zufrieden Schülerinnen und Schüler, Lehrkrüfte und Eltern mit den bestehenden Regelungen sind
  • wo es Konflikte gibt?
  • ob und welcher Veründerungsbedarf besteht
  • wie groß die Bereitschaft der jeweiligen Gruppe ist, an einer Veründerung mitzuwirken.

Schritt 2 nach oben

Entscheiden: Die Schulkonferenz ist gefragt

Die Erfahrung zeigt, dass es wichtig ist, in der Schulkonferenz eine Entscheidung zu treffen, die ein gezieltes Vorgehen ermöglicht und von möglichst vielen Akteuren mitgetragen wird.

Diese Entscheidung sollte heißen: Es wird ein Konzept für die eigene Schule erarbeitet, das alle wesentlichen Elemente enthält, um an der Schule das Nichtrauchen zu fördern. Die Schulkonferenz sollte über die Optimierung des Umsetzungsprozesses entscheiden, d.h. auch darüber, ob weitere Ressourcen bereit gestellt werden können. Zur Vorbereitung der weiteren Planung und Umsetzung des Konzeptes wird eine Person benannt bzw. eine Projektgruppe eingerichtet.


Die Landesinitiative hat Materialien zusammengestellt, die Argumentationshilfen und Hintergrundinformationen beinhalten.

In den Materialien finden Sie Hinweise dazu

  • welche aktuellen Forschungsergebnisse zum Thema Rauchen vorliegen
  • warum Schule ein geeigneter Ort für Tabakprävention ist
  • welche strukturellen Bedingungen an der Schule das Nichtrauchen fördern
  • wie andere Schulen ihren Weg gegangen sind (good-practise).

Schritt 3 nach oben

Planen: Ein ausgewogenes Konzept erstellen

Aufgabe der eingerichteten Projektgruppe (vgl. Schritt 2) ist es, ein „ausgewogenes” Gesamtkonzept zur Tabakprävention zu entwickeln und umzusetzen: Ein ausgewogenes Konzept enthält sowohl verhältnisbezogene als auch verhaltensbezogene Manahmen.

Verhältnisbezogene Maßnahmen sind beispielsweise klare Rauchverbotsregeln und die Abschaffung von Zigarettenautomaten im Schulumfeld. Verhaltensbezogene Maßnahmen haben das Ziel, eine rauchfreie Lebensweise der einzelnen Person zu unterstützen, zum Beispiel durch sogenannte (Sozial-)Kompetenz-Trainings ("Nein-Sagen-Können") oder durch Angebote zur Tabakentwöhnung.

Die Planung sollte die (zeitlichen und personellen) Ressourcen an der Schule und bei möglichen Kooperationspartnern (zum Beispiel den Prophylaxe-Fachkräften, den Fachkräften des Gesundheits- oder Ordnungsamtes) realistisch einschätzen. Das Konzept wird von der Schulkonferenz verabschiedet.

  • Projektbeschreibungen von "good practice" - Projekten und Konzepten
  • Bespielmaterial zu den gängigsten Konzepten/Projekten und zusammenfassende Bewertungen
  • Umsetzungsempfehlungen
  • Arbeitsmaterialien.

In den Materialien der Landesinitiative finden Sie Anregungen zu Regelwerken, zu alternativen Pausen-Angeboten, zum Umgang mit Raucherinnen und Rauchern sowie zu Wettbewerben und Kampagnen. Auch finden Sie Informationen zur Förderung allgemeiner Lebenskompetenzen, zu Schwerpunktprojekten, Unterrichtseinheiten, zum Anti-Rauchkurs und zu Entwöhnungsangeboten:



Schritt 4 nach oben

Handeln: Die einzelnen Elemente umsetzen


Die Landesinitiative empfiehlt, mit der Umsetzung klarer Regeln zur Rauchfreiheit zu beginnen.

Diese Regeln mssen allen bekannt sein. Sie sind Bestandteil des Schulkonzeptes zur Tabakprävention und sind von der Schulkonferenz diskutiert und angenommen worden.

Es hat sich bewährt, bei Regelverstößen unmittelbar und konsequent zu reagieren. In dieser Phase können Lehrkräfte besonders wirkungsvoll auf das Verhalten der Schülerinnen und Schüler einwirken, wenn sie Erfahrungen in der Frühintervention und der motivierenden Kurzintervention bei Tabak konsumierenden Jugendlichen haben.

Ziele sind:
  • deutlich zu machen, dass die Regeln einzuhalten sind und
  • zu motivieren, das Rauchverhalten zu überprüfen und möglichst zu verändern.

Lebenskompetenz-Programme, Regelwerke, Belohnungssysteme, Pausenangebote, Wettbewerbe, Entwöhnungskurse und weitere Aktionen und Projekte werden gemeinsam mit den Kooperationspartnern vor Ort umgesetzt. Die Schule baut sich ein Netz stabiler Kooperationen auf.


Die Landesinitiative bietet Unterstützung bei der Netzwerkbildung vor Ort und vermittelt Kontakte zu:

  • den Partnern der Landesinitiative (zum Beispiel den Krankenkassen)

  • den Prophylaxe-Fachkräften vor Ort

  • den Mitgliedern der kommunalen Gesundheitskonferenzen

  • einem Team von externen Beraterinnen und Beratern (z.B. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gesundheits- und Jugendamter, Schulleitungen etc.).


Schritt 5 nach oben

Sichern: Den Erfolg zur Regel machen

In dieser Phase hat die Schule wichtige Veränderungen initiiert und umgesetzt. Erfolgskontrollen und regelmäßige Informationen an die Schulleitung und das Kollegium zum Stand des (Erfolgs-)Programms zeigen, das die Schule sich auf dem richtigen Weg befindet.

Die Schule hat eine klare Strategie entwickelt. Um die Erfolge zu sichern, werden wichtige Teile des Konzeptes in der Schule zur Regel gemacht. Programme und Projekte zum Nichtrauchen sollten ebenso fester Bestandteil des Schulalltags sein wie eine konsequente Haltung zur Rauchfreiheit.

Damit die Erfolge nachhaltig wirken, ist es wichtig, das Bewusstsein für ein gesundes, rauchfreies Leben wach zu halten. Gestützt durch ein tragfähiges Netz von Kooperationen zum Schutz der Gesundheit von Kindern und Jugendlichen, wird es selbstverständlich sein, dass an Ihrer Schule nicht geraucht wird und das die Regeln auch von Erwachsenen eingehalten werden.

Sollte es dennoch Rückschritte geben, kann eine Schule auf das vorhandene Konzept zurückgreifen und sich bei Bedarf Unterstützung von Fachkräften holen. Rückschritte können vorkommen und sollten die Schule nicht entmutigen!

Eine Schule sollte ihr Engagement und ihre Nichtraucher-Initiativen auch zum Bestandteil eines weiterreichenden Konzeptes zur Gesundheitsförderung werden lassen. Das signalisiert nach auen, welche Qualitäten die Schule hat und stärkt das image. Hierzu wird das Landesprogramm "Landesprogramm Bildung und Gesundheit" empfohlen.

www.bug-nrw.de

Kontakt:
Ministerium für Schule und Weiterbildung Nordrhein-Westfalen, Referat 323,
Holger Harpering: holger.hapering@msb.nrw.de.