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Alkoholbezogenes Screening und Kurzintervention (BASICS) ins Deutsche übersetzt - Pilotstudie bestätigt erfolgreiche Anwendung

von Hanewinkel, R., Wiborg, G.

Diese Studie wurde
bereits vorgestellt im
Transfer Newsletter Nr. 17

 

Quelle

(2005) Brief alcohol screening and intervention for college students (BASICS): A German pilot study. In: Sucht 51,5, S. 285-290.
 

Beschreibung

An 21 Kieler Studenten konnten Hanewinkel und Wiborg zeigen, dass BASICS (Brief alcohol screening and intervention for college students) auch für deutsche Populationen gut einsetzbar ist und positive Effekte erzielt.
Die Intervention startete im März 2001 mit dem Verteilen von 3000 Broschüren mit Informationen zu BASICS und zum Alkoholkonsum auf dem Kieler Campus. Von den 47 Studenten, die einer Teilnahme an der Studie zustimmten, berichteten 37 über regelmäßiges binge drinking und erfüllten somit die Voraussetzung für die Teilnahme. Sie erhielten per Post einen 13seitigen Fragebogen zu Trinkgewohnheiten, zur Motivation, weniger zu trinken, zu negativen Konsequenzen des Trinkens etc. Abschließend wurden die Studenten, die den Fragebogen ausgefüllt zurückgeschickt hatten (n = 21) zu einer 50minütigen Feedbacksession eingeladen, die auf den Ergebnissen der ausgewerteten Fragebögen basierte. So erhielten die Teilnehmenden in mündlicher und schriftlicher Form Informationen zu ihren Trinkgewohnheiten im Vergleich zu anderen Populationen, zu Risiken, die mit einem hohen Alkoholkonsum verbunden sind und Empfehlungen für ihren zukünftigen Konsum.
Die Feedbackgespräche, die auf der Technik des Motivational Interviews basierten, wurden von speziell ausgebildeten Psychologen geführt und von den Studenten äußerst positiv bewertet. Fast 90% würden die Teilnahme anderen Studenten empfehlen.
Eine Follow-up-Befragung acht Wochen nach Durchführung der Intervention zeigte einen signifikanten Rückgang des durchschnittlichen täglichen Alkoholkonsums um 70% von 31,5 auf 9,6 Gramm reinen Alkohols. Das Konsummuster des Binge drinking reduzierte sich ebenfalls, trat allerdings weiterhin auf.
Überrascht waren die Wissenschaftler über die geringe Bereitschaft der Studenten, an der Studie teilzunehmen. Als mögliche Gründe für die geringe Motivation geben sie ein fehlendes Problembewusstsein hinsichtlich des Alkoholkonsums und die Länge des Fragebogens (150 Items) an. Um weitere Aussagen zur Anwendbarkeit von BASICS in Deutschland treffen zu können, empfehlen die Autoren die Durchführung randomisierter Studien.

 

Autoren

Anja Meurer,
ginko, Mülheim an der Ruhr